Reisebericht Bali 2003

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Moskitonetz

Da sich das Ikea-Moskitonetz als einer der häufigsten Suchbegriffe dieser Seite erwiesen hat, will ich es näher beschreiben. Obwohl es so groß ist, dass es mühelos jedes Doppelbett abdeckt, nimmt es im Reisegepäck fast keinen Platz weg. Eigentlich gehört ein Ring von über 60 cm Durchmesser dazu, der es im oberen Bereich verbreitert, aber den ließ ich zuhause. Da ich durchweg in Zimmern mit Doppelbett wohnte, wurde es mir auch so nicht zu eng. Zudem hatten alle Betten hohe Kopfenden, die das Netz vom Kopf fernhielten.

Mit Brille schnorcheln?

Um als Brillenträger auch unter Wasser scharf zu sehen, benutze ich spezielle Gläser in meiner Maske. Im Taucherfachgeschäft waren optische Linsen in Abständen von 0,5 Dioptrien vorrätig, die gleich anstelle der herkömmlichen Gläser eingesetzt wurden. Etwa 40 Euro pro Glas sind zwar nicht ganz billig, aber die Anschaffung hat sich gelohnt.

Royal Brunei

Stewardess
bei Royal Brunei

Sonntag, 16. Februar

Die Reise begann mit einer Zugfahrt von Hamburg nach Frankfurt. Das Flugticket wurde als Karte akzeptiert, obwohl statt "Railway Germany" was von "Gdynia" draufstand. Vor dem Start fotografierte ich eine Royal-Brunei-Stewardess mit dem eleganten Tuch im Haar. Leider ist das Bild etwas verwackelt. Bei der Zwischenlandung in Dubai wechselte ich vom Flug Frankfurt - Dubai - Bangkok - Brunei zur Maschine London - Dubai - Brunei. Das Reisebüro hatte dieses Wechselspiel wohl veranstaltet, um mir die zusätzliche Landung in Bangkok zu ersparen. Vom Flughafen Dubai bekam ich noch nicht viel zu sehen. Wir wurden eilig zum Gate gescheucht, um dann dort eine halbe Stunde rumzusitzen.

Montag, 17. Februar

Die Boeing 767 hatte keine Bildschirme in den Vordersitzen, aber von meinem Platz aus konnte ich mir die Filme ansehen oder stattdessen zwischen etwa 10 Musikprogrammen wählen. Das Essen war gut und, wie immer, wenn man Richtung Osten fliegt, reichlich, weil die Mahlzeiten so schnell aufeinander folgen.
Der Flughafen von Brunei (Bandar Seri Begawan) ist ziemlich langweilig. Glücklicherweise wurde der Flug mit einer Boeing 757 nach Bali um eine Stunde vorverlegt. Deswegen mußte ich auf den Transfer zum mit dem Flug gebuchten Hotel Sorga etwas warten.

Moskitonetz

Moskitonetz
im Hotel Sorga

Ich bezog mein Zimmer im ersten Stock, wo ich über dem Bett einen Nagel in der Decke fand, an dem ich mein Moskitonetz befestigen konnte. Das Moskitonetz von Ikea war eine Anschaffung, die sich bezahlt machte. Es vermeidet nicht nur Mückenstiche und das schlafraubende Summen neben dem Ohr, sondern hält auch Spinnen und Kakerlaken fern. Im Sommer werde ich es auch zuhause benutzen.
Der in der Reisetasche völlig zerknautschte Strohhut kam erstmal unter die Dusche und dann zum Trocknen auf den Balkon. So erhält er seine Form wieder. Da es zum Geldwechseln schon etwas spät war, probierte ich aus, ob man mit der Geldautomatenkarte mit Maestro-Symbol tatsächlich Rupien aus den ATM-Automaten bekommt. Kuta hat eine bemerkenswert hohe Dichte solcher Automaten. Allerdings sind Englischkenntnisse gefordert: "withdrawal", "savings account". Die testweise gezogenen 600.000 Rupien waren wegen der 4,30 Euro Gebühr zu wenig. Es ist sparsamer, stets den Höchstbetrag abzuheben.
Später am Abend ging ich noch zur Bar Nusa Indah, die schon im letzten Jahr meine Stammkneipe in Poppies Lane 1 geworden war.

Dienstag, 18. Februar

Frühstück

Frühstück im Hotel Sorga

Frühstück gibt es im Sorga bis 11 Uhr, und das war auch mit 7 Stunden Zeitverschiebung zu schaffen. Dann schlenderte ich durch die Straßen Kutas. Es sah eigentlich alles noch so aus wie im Februar 2002. Vom Einbruch der Touristenzahlen war kaum was zu merken. Es waren auch im Vorjahr schon nicht besonders viele gewesen.
Ein Caipirinha im Bali Brasil, Jalan Benesari, läutete den Urlaub richtig ein. Ganz in der Nähe des Brasil befindet das französisch geprägte Kapitän Haddock's, in dem man immer wieder beobachten kann, daß die Franzosen ungern englisch reden und sich mit den Kellnerinnen lieber indonesisch verständigen. Eiswürfel im Rotwein werden merkwürdigerweise akzeptiert. Der Sandwich Burger, aus einem richtig knusprigen Baguette gefertigt, ist mein Lieblingsessen im Haddock's.

Mein Spaziergang führte mich dann bis nördlich der Jalan Melasti, wo ich schon mal die genaue Lage des Restaurants Glory erkundete, um fürs abendliche Forums-Treffen vorbereitet zu sein. Eine Bettlerin, der ich dreihundert Rupien gab, war damit nicht zufrieden und verlangte Tausend, als ob sie einen Mindestsatz hätte. Beim Rückweg den Strand entlang wurde ich unangenehm vom Regen überrascht.
Abends ging ich dann zwischen zwei Schauern zum Forums-Treffen. Vor der Ankunft im Glory band ich mir meinen Udeng um den Kopf, um sicherzustellen, daß die anderen Teilnehmer mich erkennen. Yvette und Big Daddy, die bald darauf eintrafen, waren darauf aber kaum angewiesen, da ich der einzige Gast war. Danach kamen weder weitere Forumsmitglieder noch sonstige Gäste. Das Glory ist eben etwas teurer als zum Beispiel Nusa Indah oder Warung 96, die stets gut besucht sind. Wir hatten trotzdem einen netten Abend.

Mittwoch, 19. Februar

Durch Linktauschangebote hatte ich einige Webmaster auf Bali per Email kennengelernt, und Herr Kumara von baliwww.com hatte mich auf einen Drink eingeladen. Weil es wieder heftig regnete, nahm ich ein Taxi zu seinem Büro in Denpasar. Da ich unangemeldet kam, traf ich statt Herrn Kumara nur seine Angestellten an. Ich unterhielt mich eine Zeit lang mit Diana und verschaffte mir so einen Eindruck, zu wem ich da einen Link gesetzt hatte.

Ayu vom Brasil

Ayu vom Warung Brasil

Abends ging ich wieder im Bali Brasil essen. Außer dem Caipi sind die brasilianischen Gerichte besonders zu empfehlen. Es reicht mir, wenn im Urlaub jedes zweite Gericht indonesisch ist. Zu den interessantesten Erfahrungen gehört, was einem serviert wird, wenn man westliche Spezialitäten wie zum Beispiel Filet Stroganoff auf Bali bestellt.
Ich hatte mir eine Internetseite mit dem balinesischen Alphabet ausgedruckt und schon einige Leute um nähere Erklärungen gebeten. Die Kellnerin Ayu war die erste, die mir weiterhelfen konnte. Der männlich wirkende Name "I Gusti Ayu Ketut Merta" weist sie als Angehörige einer der oberen Kasten aus, zudem ist sie schön und gebildet. Im Nusa Indah verwies man mich an den Chef, einen Pedande, der sich mit den Schriftzeichen recht gut auskannte, aber Ayu war mir als Lehrerin doch lieber. Mein Leiblingsgericht Im Nusa Indah ist Schweinesteak mit Fritten.

Donnerstag, 20. Februar

Nach einer sternklaren Nacht war mit dem Regen erstmal Schluß. In einer touristenfreien Straße östlich der Jalan Legian ließ ich mir die Haare schneiden. Inklusive Waschen, Kopfmassage und indonesischer Konversation mit ausreichend Bedenkzeit kostete das nur etwa zwei Euro. Natürlich hatte ich wenige Tage später trotz meines Strohhutes Sonnenbrand auf den Ohren.
Ich ging sogar baden, aber nicht in den dreckigen Wellen von Kuta, sondern etwas weiter südlich in Tuban, wo aber auch viel Plastikmüll das Vergnügen trübte. Die vermehrte Anwesenheit von Wächtern vor den teuren Hotels nutzte ich aus, um meine Sachen während des Badens sicher unterzubringen.
Natürlich ging ich auch wieder ins Brasil zu Ayu, die mich vorwarnte, daß das Restaurant bald renoviert würde und sie nicht mehr da wäre, wenn ich in zwei Wochen zurückkäme.

Freitag, 21. Februar

Vor meiner Weiterreise nach Ubud gab ich alles, was ich nicht brauchte, in den Hotelsafe, und sagte Bescheid, daß ich nicht nur vor dem gebuchten Termin abreiste sondern auch beabsichtigte, statt den letzten sechs Nächten nur drei oder vier wieder dort zu verbringen. Dann fuhr ich mit Perama nach Ubud. Der Transport nach Tebesaya kostete noch mal halb so viel wie die Strecke Kuta-Ubud, aber in diesem Urlaub wollte ich mich ja nicht über Pfennigbeträge ärgern.

Wohnzimmer

Wohnzimmer im Yuliati
House mit Gästen

Im Yuliati House erkannte man mich wieder und hatte auch freie Zimmer. Ich bekam einen der neuen Bungalows am Hang. Mit 80.000 Rupien pro Nacht war er relativ teuer, aber ich wollte ja der balinesischen Wirtschaft helfen, insbesondere dieser Familie. Das Wohnzimmer war auch den Gästen zugänglich. Aji (der Vater) gab dort Malstunden und die Töchter Tanzunterricht.
Ich machte in Murni's Warung einen weiteren Versuch, einen meiner Linktauschkontakte zu besuchen, traf aber wieder nur einen Mitarbeiter an, der sein "Büro" an einer Bar hatte, die weitab vom Lärm und Staub der Straße von der natürlichen Kühle des Flußtals profitierte. Ähnlich wie das Yuliati House wurde Murni's Warung immer weiter den Hang runter gebaut. Er erzählte von seinem Wohnort nur wenige Kilometer von Ubud. Die Einwohner pflegen ihr Leben lang diesen Ort nicht zu verlassen. Die balinesische Religion wird auch Hindu-Dharma genannt, und Dharma bedeutet Pflicht. Es sieht so aus, als würden die Balinesen akzeptieren, wie sie in die Welt geboren wurden und ihre jeweiligen Pflichten erfüllen: eine Familie gründen und den Göttern opfern. Sie verspüren keinen Drang, den Rest der Welt zu sehen und irgendwas an ihrem Dasein zu ändern.

Abends besuchte ich eine Tanzveranstaltung der Gruppe Tirta Sari in Peliatan, bei der eine Tochter meiner Gastgeberfamilie mitwirkte. Ich kann schon diese drei Töchter nicht auseinanderhalten, und bei der Aufführung tanzten nun weitere Mädchen mit den gleichen Gesichtszügen, alle stark geschminkt und prächtig herausgeputzt. Da diese Aufführung nur künstlerische Zwecke verfolgte und keine religiösen, durfte der Legong von Frauen getanzt werden, die eigentlich schon zu alt waren. Neben der Bühne hoben sich die Umrisse von Palmen gegen ab und zu aufflackende Blitze ab.
Nach dem Tanz trank ich noch einige Gläser von dem wunderbaren Brem im Rizka, schräg gegenüber des Yuliati House. Danach ging ich ins Jazz Cafe in derselben Straße, wo es Livemusik gab. Ich bekam Angstzustände, als ich "Lady in Red" erkannte (wenn man bedenkt, was in der Agung Karaoke Bar oder bei den Strandmusikern in Padang Bai aus der alten Chris-de-Burgh-Schnulze geworden wäre), aber die Jazz-Combo zog sich nicht nur schmerzfrei aus der Affäre, sondern war sogar angenehm anzuhören. Nachdem ich zu Bett gegangen war, fing es zu regnen an.

Im Affenwald

Ein Affe faulenzt in einem Bale

Sonnabend, 22. Februar

Rechtzeitig zur Reise hatte ich eine Digitalkamera gekauft: Ricoh Caplio RR 30, dazu eine Secure Digital Karte (SD-Card) mit 128 Megabyte. In der Bedienungsanleitung stehen Faustregeln, wieviele Bilder darauf passen, aber es wäre mir lieber gewesen, wenn die Kamera einem anzeigen könnte, wieviel Platz noch frei ist. Mit etwas über hundert Bildern in Standardgröße war die Karte jedenfalls noch nicht voll. Auf die Vorteile einer Digitalkamera möchte ich nun nicht mehr verzichten: Man kann sich die Bilder sofort auf dem kleinen Display ansehen und eventuell wieder löschen. Auch bei wenig Licht kann man ohne Blitz fotografieren, aber die Bilder verwackeln dann leicht, oder bewegte Objekte werden unscharf. Zur Vervollständigung der Ausrüstung gehörten noch Akkus, die ich auch für die Unterwasserkamera und den Reisewecker verwenden konnte, sowie ein Ladegerät.

Dieses setze ich in Ubud zum ersten Mal ein, so daß ich mit frischer Energie zum Affenwald gehen konnte. Obwohl ich den Ort schon kannte, sah ich mir alles wieder genau an. Ich hatte natürlich nichts zu essen dabei, aber schon daß ich den Blick in meine Tasche nicht zuließ, war einem der Affen Grund genug, mir in den Finger zu beißen, zum Glück nicht mit voller Kraft. Nachmittags ließ ich mich hinten auf einem Moped in das Reiherdorf Petulu fahren. Ich hatte es als Schlafstätte der weißen Vögel in Erinnerung, stellte aber fest, daß sie dort auch nisteten. So waren auch vor Einbruch der Dämmerung schon viele Reiher zu sehen. Die Straße war mit Kot bedeckt, und hier und da lagen tote Reiher, vor allem Jungtiere. Einige hingen auch in den Stromleitungen. Es ist erstaunlich, daß diese Vögel, die sonst nur aus der Ferne zu sehen sind, einen hier bis auf zwei oder drei Meter an sich heranlassen. Abends genoß ich wieder den Brem vom Rizka und nahm eine ganze Flasche für die weitere Reise mit.

Ayam betutu

Huhn im Bananenblatt

Sonntag, 23. Februar

Wieder mit dem Perama-Bus fuhr ich nach Lovina ins Fischerdorf Tukadmungga und quartierte mich wieder in Gede's Homestay ein. Diesmal befestigte ich das Moskitonetz am Ventilator, den ich ohnehin nicht zu benutzen beabsichtigte. Das Zimmer kostete nur 35.000 Rupien und glänzte weder durch Luxus noch durch Sauberkeit. Eine Kakerlake scheuchte ich raus, eine weitere ließ ich im Spülkasten wohnen. Gede's Restaurant ist immer ein netter Treffpunkt und das Essen ist ausgezeichnet, vor allem Sate Lilit und Ayam Betutu, welches im Bananenblatt serviert wird. Nachdem ich in Kuta und Ubud meine Wasserflasche stets hatte auffüllen können, sah ich mich jetzt gezwungen, eine neue zu kaufen.

Bei einer benachbarten Tauchbasis organisierte ich die Tour nach Menjangan für den nächsten Tag, die nur zustande kam, weil sich eine zweite Teilnehmerin in Kalibukbuk angemeldet hatte. Auf diese Art kostet die Tour 180.000 Rupien (20$), man kann stattdessen auch nach Labuan Lalang fahren und zusehen, ob man billiger rüberkommt.

Montag, 24. Februar

Um acht Uhr morgens, zur vereinbarten Abfahrtzeit kam freilich niemand. Etwas später erschien der Guide und kündigte den Wagen an, der zunächst die andere Teilnehmerin abholte, die somit etwas hin und her gefahren wurde. Die Fahrt zur Anlegestelle dauerte etwa anderthalb Stunden. Unterwegs hielt der Fahrer an, um zu beten und das Auto segnen zu lassen. Bei der viertelstündigen Überfahrt waren dann noch zwei weitere Touristen dabei.

Menjangan

Fische bei Menjangan

Während die Anderen sich zum Tauchen bereitmachten, schnorchelte ich schon an der Riffkante, die etwa hundert Meter vom Ufer plötzlich steil abfällt. In der Nähe der Anlegestelle wurde ich von einem Riesendrückerfisch attackiert, aber ansonsten ist Menjangan ein wunderbares Schnorchelrevier. Es sind dort viele Arten vertreten und die meisten sind nicht scheu, wahrscheinlich weil sie häufig gefüttert werden.

Meine Unterwasserkamera erwies sich auch im zweiten Jahr noch als funktionsfähig und wurde ausgiebig benutzt. Mittags gab es das mitgebrachte Essen, das man vor der Abfahrt bestellt hatte. Kalte gebratene Nudeln auf Packpapier statt auf Tellern sind schon etwas gewöhnungsbedürftig. Auch Obst und ein Getränk waren im Preis inbegriffen. Nach dem Essen wurden wir mit dem Boot rausgefahren, aber der zweite Schnorchelgang fand an einem anderen Abschnitt derselben Steilwand statt. Stellenweise war das Schwimmen an der Oberfläche durch den vielen Müll unangenehm. Nach der Rückkehr zum Hafen war es etwas unklar, wo man duschen und sich umziehen sollte. Ein Mitarbeiter des WWF bat mich, einen Fragebogen auszufüllen, aber ich war zu sehr damit beschäftigt, meine nassen und trockenen Sachen einigermaßen in die Tragetasche zu sortieren, ohne aus den Augen zu verlieren, ob vielleicht das Auto schon abfahrtbereit war.

Bemo von innen

Leicht angerostete Bemotür

Dienstag, 25. Februar

Aufgrund zu geringer Touristenzahlen hatte Perama die Nordoststrecke aus dem Programm genommen und ich bestieg also mit meinem ganzen Gepäck ein Bemo, also ein öffentliches Verkehrsmittel, wie es auch von Einheimischen benutzt wird. Von Lovina kommt man erstmal nur bis zum Terminal Banyuasri in Singaraja, von dort zu einem Terminal im Osten Singarajas und dann auf die Straße nach Culik und Amlapura. Durch das viele Gepäck fehlte mir leider die Möglichkeit, die Bemo-Terminals zu Fuß zu verlassen. Erfahrungsgemäß kommen die Bemos an der Straße alle zwei Minuten vorbei, während man im Terminal zwanzig Minuten warten kann, bis es endlich losgeht. Auf der Fahrt nach Tulamben wurde es immer eng, wenn Schulkinder zustiegen. Da war es einzusehen, daß ich mehr zahlte, weil ich ja mit meinem Gepäck mehr Platz einnahm als drei von den Kindern. Ich bat den Fahrer anzuhalten, als ich meinte im Zentrum von Tulamben zu sein, und nahm das nächstbeste Hotel namens Puri Matahari. Ich erkundigte mich nach der genauen Lage des Wracks und ging dort Schnorcheln.

Der Strand von Tulamben besteht fast nur aus rundlichen Steinen. An der dem Wrack nächstgelegenen Stelle steht eine Bude mit einem orangefarbenen Papierkorb, der einen guten Orientierungspunkt bildet. Nicht weit draußen kommt statt der Steine ein schlammiger Untergrund. Am Wrack wird man von zahlreichen Fischen begrüßt, die offenbar Fütterungen gewohnt sind. Die Doktorfische mit ihren scharfen Klingen am Schwanzansatz waren mir sogar zu nah, aber man sagte mir später, sie würden einen nie versehentlich verletzen. Das Wrack reicht fast bis an die Oberfläche, und an der höchsten Stelle ist eine Art Torbogen, der zum Durchtauchen einlädt. Alles ist mit Federsternen, Seeanemonen, Korallen und Muscheln überwuchert. Es ist interessanter als Menjangan und viel leichter erreichbar. Der Ort Tulamben war ziemlich öde. Es gab zwar Bars und Restaurants, aber die meisten waren leer. Das Internetcafe hatte die schlechteste Verbindung, die ich auf Bali erlebte. Ich ging schon vor neun Uhr schlafen.

Mittwoch, 26. Februar

Weil ich gestern beim Wrack die Unterwasserkamera nicht dabeigehabt hatte, ging ich gleich wieder hin, aber das Wasser war jetzt so trüb, daß ich das Wrack nicht mal wiederfand.

Wasserschildkröte

Wasserschildkröte

Ich machte mich also auf den Weg nach Padang Bai, wo die Schnorchelmöglichkeiten erfahrungsgemäß weniger von der Regenzeit beeinträchtigt werden, wieder per Bemo. Die Strecke ist in den Bergen zwischen Culik und Tirtagangga besonders schön. Bei Amlapura mußte ich umsteigen und ärgerte mich wieder darüber, daß ich mit dem Gepäck in einem wartenden hellgrünen Fahrzeug festsaß, während einige hundert Meter weiter ein oranges Bemo nach dem anderen Richtung Padang Bai fuhr.
Ich kam schließlich doch noch an und trug meine Sachen ins Hotel Kerti, wo ich ein großes zweistöckiges Bambushaus für 40.000 Rupien pro Nacht bekam. Hier brauchte ich mein eigenes Moskitonetz nicht anzubringen, weil schon welche über den Betten hingen. In Padang Bai blieb ich knapp zwei Wochen. Die meiste Zeit verbrachte ich in der Blauen Lagune und im Warung Kasandra. Auch in der Blauen Lagune kann die Brandung so heftig werden, daß man mit Flossen und Schnorchel kaum heil durchkommt. Am anderen Traumstrand Bias Tugal sind die Wellen noch höher. Es gab aber auch ruhige Tage, an denen ich Wasserschildkröten, Kraken und Muränen sehen konnte.

Pak Picas Warung mit dem Captain's Table ist der beste Ort, um Leute kennenzulernen. Man trifft dort auch ziemliche Freaks: den Holländer mit dem Loch im Hals, der sich die Sarongverkäuferinnen durch heftiges Flirten vom Leib hält, Wally aus Bandung mit seinen vier Hunden, und Bob. Sich in Straßencafes von den Passanten unterhalten zu lassen, ist auf Bali sonst eher ungewöhnlich.
Zum Essen hat mir Kerti am besten gefallen. Dort bevorzuge ich einfache eher westliche Gerichte wie Huhn mit Fritten. Auch bei Pak Pica kann man gut Semur Ayam essen. Im Puri Rai suche ich mir eher schonmal einheimische Spezialitäten aus, weil dort alles gut und teuer ist. Nicht wirklich teuer natürlich, sondern nur für Padang Bai.
Kulinarisches Highlight war aber das Buffet bei Martini. Für nur 15.000 Rupien konnte man soviel essen wie man wollte, und es gab reichlich Sate, Gemüse, Tahu, Tempe, gebratene Nudeln, Obst und vieles mehr. Noch billiger kommt man in von Einheimischen frequentierten Warungs weg. Im Warung Lombok im Gang zur Moschee kostete Nasi Campur mit etwas Huhn und Fisch nur 5.000 Rupien. Es war zeimlich scharf, und ich mußte mich auf Indonesisch verständigen.

Barong-Masken

Die Masken werden gebracht

Freitag, 28. Februar

Schon letztes Jahr hatte ich in Padang Bai einen Barong-Tanz gesehen. Heute war die letzte einer Serie von zweiwöchentlichen Veranstaltungen. Letztes Jahr hatte man mir nach dem Tanz erklärt, diese Aufführung sei schlecht gelungen, weil niemand in Trance gefallen war. Das sollte diesmal ganz anders werden. Vor dem Beginn erhielt jeder Tourist ein Blatt mit Verhaltensmaßregeln und Erklärungen, was ihn erwartet.

Rarung

Die Hexe Rarung

Touristen waren als Publikum zugelassen, aber der größte Teil der Zuschauer war aus dem Dorf, für das diese Veranstaltungen auch einen spirituellen Stellenwert haben. Ich hatte mich wieder mit einem Handtuch in einer Plastiktüte als Sitzkissen für den harten Kantstein versorgt und kam gerade rechtzeitig, um noch einen guten Platz zu ergattern, aber nicht lange warten zu müssen. Die Aufführung begann mit einem Baris. Dann wurden die Masken reingetragen, und wenig später begann die Hexe Rarung, mit ihrem üblen Tun, das sich für mich wie eine Publikumsbeschimpfung anhört. Das gutartige Fabelwesen Barong, das stets von zwei Personen in einem Tierkostüm gespielt wird, erschien bald, um dieses Treiben zu beenden.

Barong

Das Fabelwesen Barong

Daraufhin erhielt die Hexe Unterstützung von mehreren wilden Gestalten (Lenda-Lendi), die teils Tieren und teils Dämonen ähnelten. Der Barong kämpfte erfolgreich gegen alle, und es war wirklich mehr ein Kampf als ein Tanz. Währenddessen fielen bereits erste Zuschauer in Trance und wollten sich auf die Feinde stürzen, wurden jedoch von ihren Nachbarn zurückgehalten. Als die mächtigere Hexe Rangda auftrat und den Barong bedrängte, wurde es turbulent. Alle paar Augenblicke fiel jemand in Trance, brüllte und wollte Rangda bekämpfen. Ein großer Zeremonienschirm mit Betonfuß fiel um, und die Kinder wurden sicherheitshalber in die hinteren Reihen gebracht. Dabei war es aber nicht erlaubt aufzustehen, weil das die Zeremonie gestört hätte. Als die Aufführung vorbei war, wurden die immernoch in Trance Befindlichen zusammengetragen, und hinter einem Ring von Balinesen konnte ich nur erkennen, wie ab und zu einer in ein Strohfeuer sprang. In der Erklärung steht, daß man ihnen Eier, Feuer, schwarze Hühner und Arak gibt, weil alle diese Dinge Rangda symbolisieren. Der Trancezustand wird dann wohl durch heiliges Wasser gelöst, aber sehen konnte ich davon nichts.
Den zweiten Teil der Veranstaltung schenkte ich mir. Bis tief in die Nacht führten Akteure aus dem Dorf verschiedene Tänze vor.

Sonntag, 2.März

Die MS Europa war zu Gast auf Bali. Sie ankerte in der Bucht östlich von Padang Bai, und ständig pendelten Tender zum Hafen. Die Passagiere waren kaum zu sehen, aber es liefen mehr Händler rum als sonst, die versuchten, Hüte, T-Shirts, Uhren und Holzschnitzereien zu verkaufen. Abends war dann die Besatzung da. Der philippinische Teil ließ sich nach Sanur fahren, während die Deutschen und Österreicher sich auf den Strand zur Kinky Reggae Bar begaben, die in dieser Nacht Rekordumsätze erzielte.

Makrelenkreis

Makrelen schwimmen im Kreis

Dienstag, 4.März

Weil mir beim ersten Aufenthalt in Tulamben keine Unterwasserfotos geglückt waren, fuhr ich nochmal hin. Der erste Film war ruckzuck voll und ich kaufte einen neuen in einem Warung nahe am Strand. Die Schnorchelbedingungen waren diesmal ideal und es waren viele Taucher und Schnorchler da. Wie schon auf dem Hinweg genoß ich auch auf dem Rückweg die schöne Aussicht in den Bergen und daß ich beim Umsteigen mit dem wenigen Gepäck einfach losgehen und ein Bemo stoppen konnte.

Ich gab die Filme sozusagen im Vorbeifahren in Candi Dasa ab. Als ich sie am nächsten Tag abholte, waren sie allerdings etwas blaß. Einige Bilder ließ ich später in Kuta nochmal abziehen: mit besserem Ergebnis.

Mittwoch, 5.März

Beim Schnorcheln in der Hafenbucht hatte ich gehofft, Seepferdchen zu sehen, fand aber wieder keine. Ich war erstaunt, daß es auch dort große Korallenblöcke und entsprechend viele Fische gibt. Eine besonders prächtiger Fisch entzog sich allen Versuchen, ein scharfes Foto von ihm zu machen.

Beim Tauchen

Der rote Fisch bündelt
das Blitzlicht

Donnerstag, 6. März (und 7. März)

Am Vorabend hatte ich mich kurzerhand entschlossen, in den letzten fünf in Padang Bai geplanten Tagen einen viertägigen Tauchkurs zu machen. Obwohl es dort auch eine deutsche Tauchschule gibt, wählte ich Geko Dive, weil ich die Leute dort schon seit Jahren kenne. Mir wurde ein Balinese names Coral als Lehrer zugeteilt, und nachdem ich ausgerüstet war, fuhren wir nach Candi Dasa, wo ein Hotelpool zur Verfügung stand. Vormittags gab es Theoriestunden und nachmittags erste Tauchübungen im Pool. Das Ausblasen der Maske fand ich unangenehm und die Auftriebsregulierung schwierig, aber eigentlich waren die körperlichen und geistigen Anforderungen des Kurses gering.
Die Maßnahmen zum Druckausgleich, die man fürs Tauchen lernt, sind auch beim Schnorcheln hilfreich, wenn man ab und zu abtaucht. Um zu verhindern, daß die Taucherbrille aufs Gesicht gepresst wird, bläst man mit der Nase etwas Luft hinein. Dazu muß die Nase in die Maske integriert sein. Den Unterdruck in Stirn- und Nebenhöhlen kann man ausgleichen, indem man die Nase zuhält und dann Luft von innen dagegenpresst.
Das Hotel war fast leer. Wir sahen kaum Gäste, und nur einmal hat eine Touristin den Pool benutzt, als wir Theorie machten.

Sonnabend, 8. März

Nach der erfolgreichen theoretischen Prüfung ging es am dritten Tag endlich ins offene Meer. Vom Strand direkt vor Geko Dive aus fuhren wir mit dem Boot zur Blauen Lagune. Wir machten einige Übungen in der mir gut bekannten Flachwasserzone und tauchten dann bis auf etwa 15 Meter. Ich bekam kaum neue Tiere zu sehen: eine bunt gefärbte Nacktschnecke und einen gepunkteten Aal. Nachdem der erste Tauchgang nach rechts aus der Lagune geführt hatte, tauchten wird beim zweiten nach links zur Steilwand. Dort sah ich einen Rochen, einen Feuerfisch und jede Menge Angelschnüre. Die Strömung war an diesem Tag nur ganz schwach.
Später am Tag hat es geregnet. Mein Plan, so lange beim Martini-Buffet zu bleiben, bis der Regen endlich aufhört, ließ sich nicht durchführen. Insgesamt hat es aber im Urlaub doch so wenig geregnet, daß ich auch meinen anderen Plan, nur bei Regen Internet Cafes zu besuchen, nicht durchhalten konnte. Die Urlaubspostkarten ersetzte ich diesmal größtenteils durch Emails.

Coral in Tulamben

Mein Tauchlehrer Coral

Sonntag, 9. März

Noch einmal Tulamben, diesmal zum Tauchen. Auf zwei Tauchgängen konnte ich mir die tiefer gelegenen Stellen des Wracks ansehen, die mir beim Schnorcheln nicht zugänglich gewesen waren. An der Oberfläche hatte das Wasser wie die Luft 31 Grad Celsius, und in einer besonders kalten Schicht zeigte das Meßgerät am Handgelenk 28 an.
Wie üblich waren 24 Bilder wegfotografiert, als ich gerade dachte es wären 8 oder 9. Die Unterwasserkamera blieb zwar auch im zweiten Jahr wasserdicht, aber der Bildzähler, der schon im Vorjahr nicht richtig funktionierte, kam nie über 15 hinaus. Ich dachte jedesmal, wenn die Kamera nicht mehr ging, jetzt sei die Batterie leer, aber nach der Entwicklung des Films stellte sich stets heraus, daß die Bilder vollzählig waren. Beim Tauchen erwies es sich als nützlich, daß durch den Wasserdruck der Blitz automatisch eingeschaltet wird. Auf der Rückfahrt holte ich einen Satz Fotos in Candi Dasa bei Asri Foto ab und konnte Coral so gleich die Bilder vom ersten Tauchgang zeigen.

Bindenwaran (Varanus salvator) auf einer Kokospalme (Cocos nucifera)

Bindenwaran

Gegenüber des Fotoladens zog ich Geld zur Bezahlung des Tauchkurses aus dem Automaten. Die Auswahl geht nur bis 600.000 Rupien, aber über "other amount" kann man bis zu 2.000.000 bekommen. Dazu muß man allerdings die erste Ziffer aus dem Display hinauswandern lassen, weil es nur 6-stellig ist. Für 1.800.000 tippte ich also erst die 1, dann die 8, dann solange Nullen, bis "800000" zu sehen war. Ausgezahlt wurden dann tatsächlich 1.800.000 Rupien. Um 280 Dollar abzuheben brauchte ich zwei Transaktionen, wofür mir auch zweimal die Gebühr von 4,30 Euro abgezogen wurde, obwohl der Automat nur einen Zettel mit den zwei Beträgen als Quittung druckte.

Montag, 10. März

Für meinen Tauchschein fehlten noch Paßfotos, und ich kam auch pünktlich zu Geko Dive, aber der Fotograf hatte den Termin verschoben. Anderthalb Stunden waren mir gerade recht, um die größere Freiheit beim Schnorcheln gegenüber dem Tauchen auszunutzen und mich nochmal in die blaue Lagune zu stürzen. Ich genoß die volle Bewegungsfreiheit und das lichtdurchflutete Flachwasser.
Nachmittags holte mich Wally mit seinem Auto und den vier Hunden ab, damit ich in seinem Computer in Candi Dasa seine Emails rettete. Danach fuhren wir zu einem seiner Lieblingsplätze auf einem Hügel hinter Manggis, von wo man einen wunderbaren Ausblick auf das Meer und die Inseln Nusa Penida und Lombok hatte.

Dienstag, 11. März

Wieder war die Fahrt von Padang Bai nach Kuta günstiger zu bekommen als die Gegenrichtung. Während Perama 30.000 Rupien kostete, wurde mir im Hotel Kerti die Fahrt mit Pasir Putih Tour+Travel für nur 25.000 Rupien vermittelt. Ich habe deren Büro in der Jalan Camplung Mas in Kuta zwar nicht gefunden, aber dort hätte die Fahrt nach Padang Bai bestimmt wie bei den anderen Anbietern 50.000 gekostet. In Kuta ist also Perama güstiger. Angenehmerweise fuhren wir nicht über Ubud sondern bogen in Gianyar zur neuen Küstenstraße ab, die bis Lebih fertig war und gerade weitergebaut wurde.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang in Kuta

Im Hotel Sorga hatte man keine Probleme mit meinem flexiblen Rückkehrtermin. Diesmal bekam ich ein Zimmer im Erdgeschoß, wieder mit einem Haken über dem Bett. Am Nachmittag begann ich langsam mit Einkäufen. Jeans erschienen mir recht günstig, und sie wurden gleich auf die richtige Länge gekürzt. Abends sah ich mir einen der damals auf Bali sehr populären Ali-G.-Filme im Pub Bagus an und versackte dann wieder im Nusa Indah, wo ich merkwürdigerweise dieselben Leute wiedertraf wie vor zwei Wochen.

Mittwoch, 12. März

Für Bu Martini wollte ich gerne eine Flasche Martini kaufen, weil sie an ihren Laden groß dranstehen hat: "Martini on the Rocks", aber gar keinen ausschenkt. In den Matahari Supermärkten gibt es zwar Bier und Wein aber keine weiteren alkoholischen Getränke. Im Supermarkt Galael an der Straße nach Denpasar wurde ich schließlich fündig. Die Schnäpse standen hier in einem verschlossenen Glasschrank. Die Frau am Obststand daneben konnte zwar kein Englisch, aber mir fiel sogar ein ganzer Satz ein: "Siapa bisa membuka lemari minuman keras?". In der Not lernt der Teufel fliegen.

Der Martini war natürlich verhältnismäßig teuer. Dafür war der Kaffee umso billiger. Ich kaufte gleich ein Kilo der Marke Kupu-Kupu Bola Dunia. Wieder sah ich abends einen Film: Goldmember (Austin Powers). Im Warung Fajar war allerdings die Ton- und Bildqualität ziemlich miserabel.

Donnerstag, 13. März

Nach den Rückwärtsschlenkern von Padang Bai nach Tulamben, fuhr ich nun also auch von Kuta nochmal nach Padang Bai. Der Perama-Bus blieb nach zehn Minuten auf dem Bypass zwischen Kuta und Sanur liegen, aber schon zwanzig Minuten später war ein Ersatz da. Die Fahrt ging wie üblich über Ubud. In Klungkung saßen wir wieder lange fest, während der Fahrer mit der Polizei über irgendeine Zahlung verhandelte.
Als ich dann schließlich Padang Bai erreichte, füllte ich nochmal meine Wasserflasche auf, übergab Frau Martini den Martini, nahm eine Tüte mit Ananas als Dank entgegen und verschwand per Bemo nach Klungkung. Der Beifahrer setzte sich halb auf den Schoß des Fahrers und steuerte das Fahrzeug. So wird auf Bali also das Bemofahren gelernt. In Klungkung hätte ich das Terminal gerne Richtung Gianyar zu Fuß verlassen, aber diese Zeitersparnis scheiterte an meiner mangelnden Ortskenntnis. Ich stieg also um, und tatsächlich setzte sich das Bemo bald in Bewegung, aber nur, um sofort wieder anzuhalten. Der Fahrer zuckelte in einem Kreis über das ganze Terminal, bevor er endlich nach Gianyar losfuhr.

Spanferkel

Leider das falsche Babi Guling

Zu meinen Pflichtveranstaltungen dieses Urlaubs gehörte auch Babi Guling in Gianyar. Dort angekommen orientierte ich mich Richtung Markt, und als ich einen Warung mit der Aufschrift "Babi Guling" sah, fragte ich die Ojekfahrer, ob das der Warung sei, von dem Baliman aus dem Bali-Forum.com immer so schwärmt, aber sie hatten keine Ahnung wovon ich redete. Auf die Frage, ob es noch einen weiteren Warung mit Babi Guling gäbe, antworteten sie erwartungsgemäß: weit weg, sollen wir dich hinfahren? Ich bestellte also gleich dort mein Essen. Babi Guling ist die balinesische Version des Spanferkels. Das Fleisch war zart aber fett und gut gewürzt, das Gemüse ziemlich lecker. Die Haut war so hart geröstet, daß ich mir eine Ecke eines Backenzahns abbrach. Inzwischen hat Baliman mich aufgeklärt, daß dies der falsche Warung war.
Zur Rückfahrt nach Kuta nahm ich nun doch die Dienste eines Ojek-Fahrers in Anspruch. Mit dem Bemo hätte ich über Ubud fahren müssen, und die Fahrt hinten auf dem Moped war auch nicht viel teurer. Auf der Küstenstraße kamen wir schnell voran. Links war blauer Himmel und rechts dunkle Wolken. In Ubud wäre ich sicher in den Regen geraten.


Freitag, 14. März

Das Brasil war abgerissen worden, aber um die Ecke wurde der Betrieb in einem kleineren Laden fortgesetzt. Ayu war entgegen ihrer früheren Ankündigung doch wieder da. Im Matahari kaufte ich eine große Packung Obstchips als zum Mitnehmen nach Deutschland.

Sonnabend, 15. März

Bevor mich "Go Vacation" vom Hotel abholte, kaufte ich noch ein Kilo Salak für die Kollegen zuhause. Vor einigen Jahren hatte ich mal beim Zoll nachgefragt, und seitdem verlasse ich mich auf die Aussage, Obst dürfe nach Deutschland eingeführt werden. Im Flughafen machte ich Bilder von der Weltzeittafel, bei der nie die Tage stimmen. Draußen hatten mich die Räucherstäbchen nie gestört, sondern eher erfreut, im kalten Flughafengebäude war aber der Rauch höchst unangenehm.
Direkt nach dem Start hatte ich einen schönen Blick auf die Strände zwischen Jimbaran und Uluwatu, von denen ich gerne ein Foto gemacht hätte, um dann die Namen und Lage dieser Strände zu bestimmen. Aber die Kamera war nicht zur Hand, und vielleicht wäre der Einsatz einer Digitalkamera so kurz nach dem Start nicht erlaubt gewesen.
In Brunei hatte ich fast fünf Stunden Aufenthalt und die Aufenthaltsräume sind ziemlich langweilig. In Dubai war es viel interessanter, jedoch war die Beschilderung des Transferschalters mißverständlich. Neben einem Durchgang mit Metalldetektor stand "Transfer Desk C", und weil ich da hin wollte, ging ich durch. Dann ging es eine Treppe runter und ganz in der Nähe war das Gate für den Flug nach Frankfurt. Aber es war noch geschlossen. Ich sah mir also die Geschäfte mit Gold und Uhren an und vor allem auch die vielen fremdartig gekleideten Reisenden. Später erfuhr ich am Gate, daß ich erstmal die Bordkarte am Transferschalter holen müsste. Also die Treppe wieder rauf, in Gegenrichtung durch die Kontrolle, und tatsächlich waren da einige Schalter mit nichtssagenden Aufschriften.

Alpenglühen

Alpengipfel in der Morgensonne

Als ich die Bordkarte endlich hatte, waren die Schlangen vor dem Kontrollpunkt mächtig angewachsen. Die Zeit wurde mir langsam knapp, und direkt vor mir löste ein arabisch gekleidetes Paar mit wallenden Gewändern bei jedem Durchgang den Piepton aus und wurde bestimmt fünfmal zurückgeschickt, bis das Sicherheitspersonal die Geduld verlor und sie einfach so durchließ. Ich gelangte mit meiner Bordkarte in den halbleeren Warteraum. Die übrigen Reisenden waren aber noch nicht an Bord, sondern verließen gerade erst die Maschine, die ebenfalls aus Brunei aber über Bangkok gekommen war. Auf dem Flug nach Frankfurt lief "Harry Potter und die Kammer des Schreckens". Die Verspätung hatte zur Folge, daß wir gerade bei Sonnenaufgang die Alpen überquerten. Die Gipfel wurden von den ersten Sonnenstrahlen rosa beleuchtet. Von Hotel bis Haustür dauerte die Rückreise 35 Stunden.

 

Falls irgendwas nicht funktioniert, bitte Email an home@HalloFreun.de. Letzte Änderung: 2017-04-02.