Reisebericht Bali 2018

Video folgt vielleicht

Das Videomaterial muss ich noch sichten und bearbeiten. Die Schildkröte, die vor meiner Nase eine Qualle fraß, habe ich leider nicht gefilmt.

Bali geschlossen? Vulkanausbruch?Torwächter

Mein Flug Hamburg-Amsterdam am 15. Februar hatte gut eine Stunde Verspätung, weil viele Handgepäckstücke zu groß waren und lange nach Platz dafür gesucht wurde. Währenddessen sammelte sich Schnee auf den Tragflächen an, dessen Beseitigung eine weitere halbe Stunde dauerte. Während des Fluges wurde zwar durchgesagt, dass die Anschlüsse nach Singapur und Taipeh erreicht würden, aber als sich vier abgehetzte Passagiere am anderen Ende des Flughafens Schiphol einfanden, waren die Türen schon geschlossen. Also Umbuchung auf den Folgetag (Singapore Airlines anstatt KLM) und Übernachtung in einem Ibis-Hotel.

Singapore Changi Airport

In Singapur versuchte ich, an einem der öffentlichen Internetzugänge meinen Posteingang bei Hotmail zu prüfen, aber Hotmail wollte wegen des fremden Rechners zur Sicherheit einen Code an meine andere Emailadresse schicken. Die konnte ich nicht abrufen, wodurch also auch Hotmail unbenutzbar wurde. Auf dem Smartphone ging es glücklicherweise noch. Das ist nicht einmal selbstverständlich, denn Facebook wollte auf Bali wegen des fremden WLANs eine Bestätigung per SMS oder durch einen Freund haben, wodurch Facebook im Urlaub für mich unbenutzbar war.

Riesenmuschel

Auf Bali angekommen wartete ich erst vergeblich auf meine Reisetasche und dann noch einige Zeit in der Schlange am Schalter für verlorenes Gepäck. Singapore Airlines zahlte mir als Entschädigung 500.000 Rupiah, also 30 Euro. Ohne Gepäck konnte ich die Taxifahrer mit ihren Wucherpreisen ignorieren und den Flughafen Ngurah Rai zu Fuß verlassen. Man geht einfach Richtung Norden bis zu einem Zaun und dann nach links bis zu einer Lücke im Zaun. Beim ersten Supermarkt kaufte ich zur sofortigen Benutzung Nivea Sonnenmilch, die auf Bali etwas teurer ist als zuhause, und auf dem Weg zum Hotel eine Badehose für drei Euro.

SeescheideScorpaenopsis diabolus oder oxycephala?

Schon vor der Reise hatte ich vom Hotel Wina die Ankündigung bekommen, dass es wegen Umbauarbeiten Lärm geben könnte. Davon war aber nichts zu hören. Stattdessen waren gegenüber vom Hintereingang, bei dem sich mein Zimmer befand, drei Arbeiter von morgens bis abends damit beschäftigt, mit Vorschlaghämmern ein Haus abzureißen. Das Abendessen nahm ich in einem netten kleinen Restaurant mit dem unpassenden Namen Coffee Corner ein: Huhn auf Gianyar-Art. Im Secret Garden spielte wieder die Band.

in Padangbai

Meine Reisetasche konnte nicht am nächsten Nachmittag ins Hotel geliefert werden, weil ich ja nur noch eine Übernachtung hatte, und das Hotel Wina um 11 Uhr verließ. Ich übermittelte die neue Lieferadresse (Perama Busstation) vorsichtshalber telefonisch und übers Internet. Tatsächlich wurde die Tasche zehn Minuten vor der planmäßigen Abfahrt des Busses nach Padangbai abgeliefert. Der Bus hatte dann eine halbe Stunde Verspätung, weil auf der Jalan Legian wie immer Stau war.

Schuhe des Kerti-Personals

Ich bezog im Hotel Kerti wieder eins der zweistöckigen strohgedeckten Häuser auf der rechten Seite. Die Chefin empfahl ein Haus in der Mitte, weil es nachmittags im Schatten ist. Aber auf dem Nachbargrundstück, vielleicht fünf Meter von meinem Bett entfernt, pflegte jemand morgens vor sechs laut zu duschen, und das Hotelpersonal bei Kerti ist auch nicht immer still. So zog ich nach elf Nächten ins letzte Haus vor dem Pool, wo ich elf weitere Nächte verbrachte.

Im Hotelzimmer das Ende des Regens abwartenIm Hotelzimmer das Ende des Regens abwarten

Die Regenzeit soll besonders trübselig gewesen sein, aber als ich ankam, war das vorbei. Es regnete nur selten, und jeden Morgen schien zuverlässig die Sonne. Das Wetter war noch besser als im vorigen Jahr, und Februar bis März wurde mal wieder als ideale Reisezeit bestätigt. Es ist nicht mehr nass, aber noch grün.

Hügel im Dunst

Link zur Karte von Padangbai mit in diesem Bericht erwähnten Orten

Padangbai ist so klein, dass ich fast alle meine Bekannten, die sich dort gerade aufhielten, gleich am ersten Tag traf. Abends im Omang-Omang lernte ich noch weitere nette Leute kennen. Das Omang-Omang bietet eigentlich nur alle zwei Wochen montags Livemusik, aber während meines Urlaubs war jeden Montag was los, und einmal sogar am Sonnabend, weil zwei Geburtstagsfeiern dort stattfanden. Die anderen Anlaufstationen für Essen und Trinken sind Talk of the Town, Alola, Martini, Surf&Turf, außerdem Zen Inn, Padangbai Cafe, Warung Sinar und ausnahmsweise Segara Ayu, Depot Segara und sogar Restaurant Kerti.

Strand in Padangbai

Auch nach 20 Jahren Bali nehme ich immer noch ungeeignete Kleidung mit. Ein schwarzes T-Shirt hatte ich für nächtliche Bar- oder Konzertbesuche vorgesehen, aber dann war es mir doch zu dick, obwohl ich es mal auf Bali gekauft hatte. Für die dünneren Hemden nahm ich den Wäscherei-Service des Hotels in Anspruch. Dieses Jahr gab es nur wenige Mücken. Es waren tagaktive dabei, aber ich hörte nichts von Dengue-Fieber.

Wespe am StrandReiher auf Treibgut

Große Fische habe ich dieses Jahr nicht gesehen, weder Haie noch Adlerrochen. Die Schildkröten waren aber noch da und auch die kleinen Rochen, Sternfleckenmuränen, Blauklingen-Nasendoktoren, Meeräschen, Schnepfenmesserfische, Anemonenfische, Korallenwelse, Pompanos, Picassodrücker und Streifendoktoren, um nur die auffälligsten zu nennen. Zusätzlich gab es zahlreiche Quallen, die zum Glück nicht nesselten, und Einsiedlerkrebse in Bootshaken.

Quallen Müll in der Blauen Lagune

Die Wellen waren mal groß und mal weniger, und das scheint tatsächlich vom Mond abzuhängen, aber nicht von den täglichen Gezeiten, wie man das als Norddeutscher erwarten würde, sondern von Neumond und Vollmond.

ab- oder zunehmend?

Am 7. März machte ich einen Spaziergang zum schwarzen Strand westlich von Padangbai. Das Navigationssytem im Smartphone war dabei hilfreich. Bei der Bungalowanlage Tabaluga gelangte ich von der Straße zum Strand, der eine ziemliche Einöde ist. Aber dort war jemand mit einer Bude und Lautsprechern zugange, anscheinend Wahlkampf. Sonst waren nur vier oder fünf Angler auf dem kilometerlangen Strandabschnitt zu sehen. Der nur wenig weiter westlich mündende Bach war ausgetrocknet, aber es hatte sich ein Strandsee gebildet, bei dem ein paar Fische und Vögel zu sehen waren.

Blick nach Osten Blick nach Westen Strandsee

Es war nicht übermäßig viel Müll angeschwemmt, aber mir kam die Geschäftsidee, die Schuhe einzusammeln, ungefähr zu Paaren zusammenzustellen und als ökologisch doppelt wertvoll zu verkaufen: Strandreinigung und Recycling.

am schwarzen Strandam schwarzen Strand Lavaküste

Ich ging Richtung Bias Tugel über interessante Lavaformationen mit Spritzwassertümpeln. Dass man den weißen Strand nicht zu Fuß erreicht, hatte ich schon 2002 gelernt, als ich den schwarzen Strand zum ersten Mal besuchte. Damals hatte es aber die Bauruine an der Ecke noch nicht gegeben. Ich fragte einen Angler, ob es möglich sei, die Treppe raufzugehen, und als er bejahte, drang ich also in die unbewachte Bauruine ein. Am Ausgang der Anlage bot die typische Wolke über Nusa Penida etwas Orientierung, und das Navi zeigte sogar die Wege auf dem Hügel an. Am Tempel traf ich die Strandmasseurin Ni Luh, die mir anbot, auf dem Moped mitzufahren, aber ich lehnte ab, weil es ja nicht mehr weit sein konnte.

in der Bauruine

Tatsächlich kam bald ein Willkommensschild für den White Sand Beach und ich ging den dort beginnenden Pfad runter. Ich merkte aber schnell, dass das nicht der Weg sein konnte, den die Mopeds nehmen. Die Pflanzen wuchsen so dicht über den Weg, dass auch eine häufige Benutzung durch Fußgänger unmöglich erschien. Tatsächlich mündete dieser falsche Weg schließlich in den richtigen. So kam ich zum ersten Mal von der Westseite an meinen Strand. Die "andere" Bauruine ist kaum noch zu sehen: 2009, 2012, 2016, 2018.

Strand von Westen

Auf der anderen Seite von Padangbai befindet sich der Tempelberg. Auf einer Landzunge liegen nebeneinander die Tempel Telaga Mas (goldener Teich?), Silayukti (einer der Haupttempel Balis) und Tanjung Sari, was wohl soviel wie "Landzunge" heißt. Zum Komplex gehören außerdem ein Strandtempel an der Hafenbucht und einer an der äußeren Steilwand.

Pura Tanjung Sari, Padangbai

Letztes Jahr waren dort Affen aufgetaucht, was einen Besuch erst recht interessant machte. Als ich dort war, hatte gerade eine Zeremonie stattgefunden, und die Affen machten sich über die frischen Opfergaben her. Sie waren dabei nicht besonders scheu, aber glücklicherweise auch nicht so agressiv wie die Affen in Uluwatu. Als ich einige Tage später wieder hinkam, waren keine Opfergaben da, und die Affen versteckten sich im Wald.

Affen am Pura Telaga Mas Affen am Pura Telaga Mas Affen am Pura Telaga Mas

Zum Pura Silayukti pilgern oft Hindus aus ganz Bali, aber es gab auch Zeremonien von eher lokaler Bedeutung. Der Pura Penataran Agung hatte am 28. Februar Odalan (Geburtstag). Er wurde besonders geschmückt, und tagelang fanden Tanzvorführungen statt. Am 24. Februar und am 11. März fand der Barong-Tanz statt, wobei derjenige im März der letzte vor Nyepi und damit besonders wichtig war. Ich bin nicht hingegangen, auch nicht zu den Odalan-Feierlichkeiten. Vielleicht nächstes Jahr.

Blüten und Käfer

Am 12. März machte ich mich auf den Rückweg. Ronnie half mir, mein Gepäck zur Perama-Station zu tragen, die schon einige Zeit geschlossen war, weil der Betreiber krank war. Ich hatte aber per Chat sichergestellt, dass trotzdem ein Bus nach Kuta fährt. Während des Wartens hörte ich gar nicht auf zu schwitzen, weil die Sonne morgens ins Gebäude geschienen hatte, und nun am Mittag der Fußboden noch warm war. Beim Kauf des Tickets zeigte ich meine Mitgliedskarte und mein Ticket von der Hinfahrt vor und erhielt "15%" Ermäßigung: 75.000 - "15%" = 60.000.

große Ameisegroße Ameise

Der Hinweg mit Perama war über Ubud gewesen, der Rückweg verlief direkt aber verlängerte sich durch den Stau auf der Jalan Legian. Ich kaufte im Gelael Supermarkt zwei Kilo Kaffee für zusammen acht Euro, einige Schlangenhautfrüchte (Salak) und wieder Kekse für das Team in der Perama Station, die ich zur Gepäckaufbewahrung missbrauchte. Nach noch einmal Ayam Betutu Gianyar im Coffee Corner nahm ich ein Bluebird-Taxi zum Flughafen: ungefähr 40.000 Rupiah.

Abend

Falls irgendwas nicht funktioniert, bitte Email an home@HalloFreun.de. Letzte Änderung: 2018-05-19.