Reisebericht Bali 2008

Bali 2007

Falls jemand den Reisebericht von 2007 vermisst:
Ich war auf Bali, aber habe nichts Berichtenswertes erlebt.

im Kloster Mendut

Lotus in Mendut (klicken)

Die Anreise

Am Schalter der KLM im Hamburger Flughafen begrüßte man mich mit den Worten: "Guten Tag, Ihr Flug ist gecancelt. Wir haben Sie auf zwei Stunden später umgebucht, über Singapur. Hier sind die Beschwerdeformulare und ein Gutschein für einen Kaffee". Ich antwortete: "Das passt mir gut. Ich habe Urlaub und möchte was erleben." Trotz des zwei Stunden späteren Starts und der halben Stunde zwischen der Landung in Amsterdam und dem Stillstand des Flugzeugs kam ich nur eine halbe Stunde später als geplant in Jakarta an. Es war kein Problem, das "visa on arrival" mit 50 Euro zu bezahlen. Die Damri-Busse in die Innenstadt findet man, wenn man vom Ausgang des Ankunftsbereichs (international) nach links geht. Busse mit verschiedenen Zielen halten an der selben Stelle. Um 19:15 Uhr kam mein Bus in die Innenstadt und er wurde recht voll. Ich fand mit meinen zwei Reisetaschen zunächst nur auf der Treppe Platz. Die Fahrt kostete nur 15.000 Rupien. Es wurde im Bus kassiert. Wir gerieten in einen Stau und erreichten den Bahnhof Gambir erst nach 21 Uhr. Der Weg vom Bus in den Bahnhof führte an der Toilette eines Warungs vorbei. Drinnen zeigten mir hilfreiche Einheimische, wo es das Ticket nach Yogyakarta (Taksaka Pagi, Rp 160.000) zu kaufen gab, was dann auch so spät abends kein Problem war.

Bahnhofseingang

Bahnhofsportal in Yogyakarta

Eine Nacht in Jakarta

Dann ließ ich mich mit einem Moped (trotz meines ganzen Gepäcks) zum Hotel Borneo bzw. Hostel 35 fahren. Der Fahrer hatte zwar eine Vorstellung, wo die Jalan Jaksa liegt, aber keine Ahnung, wo das Borneo ist. Das verschaffte mir einen umfangreichen Überblick über die umliegenden Straßen. Das Zimmer im Hostel 35 war sehr einfach. Kein Frühstück, Fernseher, Klimaanlage, nicht mal ein Handtuch, und das für 85.000 Rupien. Im Bloomsteen soll es nur die Hälfte kosten und kann dabei kaum weniger bieten. Den Rest des Abends verbrachte ich in einer gut besuchten Bar in der Jalan Jaksa ungefähr gegenüber der Einmündung der Seitenstraße, in der mein Hotel lag. Das große Bintang kostete 20.000.

im Kloster Mendut

Klostergarten in Mendut

Mit der Bahn nach Yogyakarta

Am nächsten Morgen betrat ich den Bahnhof Gambir durch einen normalen Eingang, fand das richtige Gleis und begann zu warten. Um 8:45 Uhr anstatt um 8:15 fuhr der Taksaka Pagi ab. Ich musste mir erstmal was überziehen, weil der Wagen unangenehm kühl klimatisiert war. Die meisten anderen Reisenden waren ältere Damen mit Kopftüchern. Frühstück wurde gebracht, aber man musste es bezahlen. Das Unterhaltungsprogramm war eher störend: ständig wieder dieselbe Werbung und ein Film mit Soldaten und Werwölfen. Der Blick aus dem Fenster war auch nicht übermäßig interessant: Felder, Dörfer und Berge im Hintergrund.

Wasserspeier

Wasserspeier

Yogyakarta

Auch der Bahnhof von Yogyakarta, den ich nach etwa neun Stunden am frühen Abend erreichte, hat merkwürdig versteckte Ein- und Ausgänge. Einer davon führt auf die Jalan Pasar Kembang, wo ich das nahe gelegene Hotel Asia Afrika schnell fand. Wie schon das Hotel Borneo in Jakarta hatte ich mir auch das Hotel Asia Afrika vor der Reise im Internet ausgesucht (175.000 incl Frühstück). Und wieder gab es bessere Alternativen ganz in der Nähe. Das Hotel Monika (Jl. Sosrowijayan) wäre bei ungefähr gleichem Komfort deutlich billiger gewesen, und dasselbe gilt wahrscheinlich auch für die zahlreichen Unterkünfte in Gang 1 und Gang 2. Möglicherweise leidet die Nachtruhe im Hotel Monika unter den Livebands, die freitags und sonnabends im "Bintang" nebenan spielen.

In Yogyakarta blieb ich einige Tage. Die breit angelegten Straßen bieten auch Platz für Fahrradrikschas (Becak) und Pferdewagen. Die bekannteste Straße ist die Jalan Malioboro mit kleinen Ständen und großen Läden auf beiden Seiten. Es ist dort immer viel Volk unterwegs, vor allem am Sonntag. Eine beliebte Masche in Yogyakarta ist es, Touristen mit dem Hinweis anzusprechen, es fände gerade eine Kunstausstellung statt und heute sei der letze Tag, so dass man am besten sofort mitkäme. Ich habe mir dann auch einige dieser "Ausstellungen" angesehen und bekam jeweils einen Tee gratis serviert, der offenbar keine Drogen enthielt, denn ich hatte auch nach dem Tee keine Lust, irgendwas zu kaufen.

Mendut

Schiffsrelief

Schiffsrelief

Natürlich habe ich auch den obligatorischen Tagesausflug nach Borobudur und Prambanan gemacht. Ich hatte ein Auto mit Fahrer gebucht und im Restaurant Bintang rumgefragt, ob sich jemand beteiligen wollte, und eine Italienerin namens Diana hatte zugesagt. Als erstes besuchten wir aber den buddhistischen Tempel Mendut (Eintritt nur 3.000 Rupien). Wir waren dort zunächst die einzigen Touristen, aber Andenkenverkäufer gab es reichlich. Interessanter als das alte Bauwerk mit den Buddhas drin ist eigentlich das gegenüberliegende buddhistische Kloster mit seinem prächtigen Garten.

Borobudur

Borobudur ist eine weitläufige Anlage, bei der man sich die Lage des Parkplatzes gut einprägen muss, um wieder zurück zu finden. Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist ein pyramidenartiger Hügel, der mit Treppen, Terrassen, Reliefs und zahlreichen Stupas völlig überbaut ist. Diese Stupas sind Glocken aus steinernem Gitterwerk, in denen sich jeweils ein sitzender Buddha befindet. Während des Aufstiegs konnten wir noch menschenleere Gänge wählen, aber oben auf dem Bauwerk wurde es voll. Außer Touristen waren vor allem Schulkinder dort, die einander mit großem Vergnügen zusammen mit Touristen fotografierten. Auf dem Rückweg zum Parkplatz hatten wir noch Zeit, uns das Museum mit dem Schiff anzusehen. Mit Schiffsabbildungen auf den Reliefs als Vorlage hatte man ein echtes Schiff mit mehrstufigen Auslegern gebaut, das sogar von Jawa bis nach Madagaskar gefahren war, und nun in einer Halle ausgestellt wurde.

Prambanan

Prambanan

Prambanan

Nach Borobudur besuchten wir Prambanan, einen hinduistischen Tempelkomplex. Wie schon in Borobudur war auch hier der Eintrittspreis sehr hoch (10 bzw. 11 $US). Diana war nicht bereit, soviel zu zahlen, weil der Zugang zu den Bauwerken wegen Erdbebenschäden stark eingeschränkt war. Ich sah mir also die ramponierten Tempel alleine an. Zwischen den Ruinen liefen auch einige Schafe umher, was an alte Abbildungen des Forum Romanum erinnerte.

Sultanspalast Kraton

Am nächsten Tag besichtigte ich - wieder gemeinsam mit Diana - den Sultanspalast von Yogyakarta. Es war ganz praktisch, dies zu zweit zu tun, denn so konnte einer schon gute Plätze bei der Bühne besetzen, während der andere sich in den vielen Höfen und Gebäuden des Palastes umsah. Es gab nämlich auch eine Tanzvorführung mit Gamelanorchester. Die Musik war sehr fremdartig aber nicht unangenehm, und die Kostüme waren aufwendig. Nach der Vorstellung sahen wir uns die Ausstellungsräume nochmal in Ruhe an. Es werden dort vor allem Geschenke aus Europa und Japan präsentiert, aber auch Bilder von früheren Sultanen und ihren Familien. Ob der Sultan selbst einen Teil des Palastes bewohnt, war bei der Besichtigung nicht zu bemerken.

Gamelan im Sultanspalast

Gamelan im Sultanspalast

Flug Yogyakarta-Bali

Es war gar nicht so einfach, von Yogyakarta weiter nach Bali zu reisen. Der Nachtbus erschien mir zu unbequem, aber ich wollte auch nicht in Surabaya, Banyuwangi oder Gilimanuk übernachten. Die Meisten verbinden diese Tour mit einem Ausflug zum Vulkan Bromo, den ich aber nicht so interessant fand. Am besten hätte mir also ein Flug nach Denpasar am Mittag gefallen, aber den gab es nicht am Montag und Dienstag, so blieb nur die Abflugzeit 20:40 Uhr. Ich gab also meine Sachen zur Aufbewahrung an der Hotelrezeption ab und hielt mich tagsüber vor allem in klimatisierten Kaufhäusern auf, um nicht zu schwitzen, bevor ich abends ein Taxi zum Flughafen nahm (Rp 25.000). Im Wartebereich gab es "The God Delusion" von Richard Dawkins zu kaufen, und ansonsten geschmackvoll gekleidete Japanerinnen trugen gelbe und rosane Plastikschuhe. Über den Flug mit Mandala (RI579, 305.000 Rupien + 25.000 Passenger Service Charge) gibt es nichts Besonderes zu berichten.

Zwei Nächte in Kuta

Ich verließ nach 22:00 Uhr den Flughafen auf Bali und nahm ein Taxi zum Hotel Anom Dewi, nähe Bemo Corner (Rp 45.000). Es war gar kein Problem, dort so spät noch ein Zimmer zu bekommen (Rp 50.000 ohne Frühstück). Durch die dünne weiche Matratze konnte ich den Lattenrost spüren. Zum Frühstücken ging ich in ein Restaurant nahe dem Secret Garden, das im Vorjahr noch Bali Jegeg geheißen hatte, jetzt Bali Rahayu. Am zweiten Morgen war es um neun noch geschlossen, und ich frühstückte im Bamboo Corner in Poppies 1. Als ich zwei Wochen später wieder hinkam, waren das Bali Rahayu und die angrenzenden Gebäude abgebrannt. Ein kleines Bier am Strand kostete in Kuta 10.000 Rupien, ein Caipirinha im Brasil (Jl Benesari) 12.000 Rupien. Ich wechselte 100 Euro bei Dirgahayu Valuta Prima, wo die bunten Ganeschas vorm Eingang stehen und immer schwer bewaffnetes Sicherheitspersonal anwesend ist. Dann buchte ich bei Perama die Tour nach Gili Trawangan (Rp 240.000). Es war kurz vor Nyepi und ich wollte diesmal vermeiden, einen ganzen Tag im Hotel zu bleiben.

Javanischer Tanz

Javanischer Tanz

Von Bali nach Gili Trawangan

Die Busfahrt zum Hafen in Padang Bai ging natürlich wieder über Ubud. In Padang Bai stiegen wir an der Perama-Station aus und sollten uns nach 20 Minuten wieder einfinden. Ich nutzte die Zeit für gebratene Nudeln im Warung Sartika gegenüber. Nach 20 Min (+ jam karet) stiegen wir in denselben Bus und fuhren wenige hundert Meter zum Anlegesteg, wo wir wieder lange warten durften. Ich ging kurz rüber zum Warung Kasandra, aber es war niemand da. Wir wurden mit einem kleinen Boot zum Perama-Boot gefahren, das ungefähr baugleich mit dem war, das ich von der Komodo-Tour vor zwei Jahren kannte. Die Bootsfahrt ging lange an der Küste Balis entlang, bis Seraya, und dann auf Lombok zu. An Bord gab es Kaffee und später eine warme Mahlzeit. Von den Gili-Inselchen sieht man zunächst einen Hügel mit einem Mast darauf. Das ist Gili Trawangan. Später erkennt man die beiden flachen Inseln Gili Meno und Gili Air.

Wächterfigur

Wächterfigur in Kuta

Gili Trawangan

Beim Ausbooten zieht man am besten die Schuhe aus, weil man im flachen Wasser aussteigt. Mein Gepäck blieb glücklicherweise trocken. Ich stand einige Zeit unschlüssig da, ließ mich von den vielen Hotelangestellten am Strand über die Preise informieren und nahm wie meistens das billigste: Abdi (Rp 45.000 ohne Frühstück), das ohne Pferdewagen zu erreichen war. Eigentlich war es gar nicht schlecht: Terrasse mit Blick zum Garten, Moskitonetz, Wäscheleine, eigenes Bad, ruhige Lage. Nur hatte es so gut wie keine Möbel. Den zweiten Terrassenstuhl trug ich als Nachttisch rein, und Zahnbürste, Rasierzeug usw. legte ich auf den Fußboden.

Mauer in Kuta

Mauer in Kuta

Gili Trawangan lässt sich zu Fuß in zwei Stunden umrunden. Man sieht dort mehr Strandvögel (Limikolen) als ich sonst von Indonesien gewohnt war. Der Strand war häufig so stark von Mangroven und anderen Bäumen bewachsen, dass ich auf den Rundweg auswich. Auch dort sieht man manchmal minutenlang keinen Menschen. Der Hauptort von Trawangan liegt im Südosten, aber auch im Norden gibt es Hotels und Restaurants. Just nachdem ich von meiner Inselumrundung zurück war, fing es an leicht zu regnen. Bislang hatte ich mit dem Wetter Glück gehabt. In Jakarta hatte es abends genieselt und in Yogyakarta musste ich mal drei Minuten durch den Regen zum Hotel zurück gehen. Insgesamt kann man den März 2008 kaum als Regenzeit bezeichnen.

Schnorcheln bei den Gilis

Am Feiertag Nyepi machte ich eine Schnorcheltour mit einem Boot rund um die drei Gilis. So eine Aktion wäre auf Bali zu Nyepi nicht möglich gewesen. Die Unterwasserwelt war nicht besonders unterschiedlich zu der von Bali. Schildkröten habe ich nicht gesehen. Ich hatte für Nyepi extra eine Taschenlampe mit, aber als ich nach 19:00 Uhr zum Hotel zurückging, hatte ich sie nicht dabei, und es war stockfinster. Auch an den folgenden Tagen ging ich Schnorcheln, und mir sind von der Ostseite Trawangans vor allem zahlreiche Quallen in Erinnerung geblieben. An der Nordseite war es schöner, aber auch nicht besser als in Padang Bai und erst recht nicht besser als in Tulamben.

Strand von Kuta

Strand von Kuta

Auf Trawangan kann man sich Fahrräder leihen (Rp 35.000 für einige Stunden), aber man braucht für die geringen Entfernungen eigentlich keins, und der Rundweg ist stellenweise so sandig, dass man dort nicht fahren kann. In einigen Bars auf Trawangan bekommt man das große Bintang schon für 15.000 Rupien, aber es gibt auch viele teurere Bars, wo ein Kaffee 15.000 kostet.

Zurück nach Bali

Für die Rückfahrt nach Bali sollte ich um 6:45 Uhr am Strand bereitstehen. Ich hätte genausogut erst um 7:45 hingehen können, denn vor acht ging es nicht los. Vielleicht lag es daran, dass Perama wegen des großen Andrangs zwei Boote bereitstellen musste. Mir ist unverständlich, warum beide Boote den Umweg über Senggigi nehmen mussten, obwohl fast alle Passagiere nach Bali wollten. Dort konnten wir erstmal nicht ankern, weil der Hafen voll war. Erst nach 14:30 Uhr war ich an Land. Die zusammengerechnete Reisezeit von Gili Trawangan nach Bali ergab also acht Stunden.

Ich quartierte mich wie jedes Jahr im Hotel Kerti ein. Zunächst war nur ein Bungalow frei, wo ich 50.000 Rupien inklusive Frühstück zahlte. Das große Holzhaus, das ich später bezog, kostete fünf- oder zehntausend mehr. Im Nachbarhaus wurde gebaut, wobei sich der Lärm allerdings auf Zeiten beschränkte, zu denen ich sowieso nicht schlafen wollte. Kerti wird wohl demnächst Zimmer mit heißem Wasser anbieten. Auch an den Stränden wurde gebaut. Oberhalb der Blauen Lagune baut jemand ein Haus, was nicht weiter stört. Aber oberhalb des weißen Strandes Bias Tugal entsteht eine Hotelanlage, die das Bild stark verändert. Der Wald auf dem Hügel ist abgeholzt, und die Fläche wurde während meines Aufenthaltes in Padang Bai terrassiert. Die meisten Strandwarungs wurden abgerissen. Die Wellen haben durch den Lärm der Bagger und Laster Konkurrenz bekommen. Am schlimmsten war jetzt der Weg zum Strand. Im vorigen Jahr war es noch ein schattiger Pfad gewesen. Jetzt musste man in der prallen Sonne durch den Staub steigen. Mal sehen, ob man überhaupt noch zum Strand darf, wenn das Projekt fertig ist.

Strand von Gili Trawangan

Strand von Gili Trawangan

Schnorcheln auf Bali

Das Wasser ist von den Veränderungen noch nicht merklich betroffen. Am Bias Tugal sah ich einige Meeresschildkröten, was mir bei den Gilis nicht gelungen war, und auch die Fische waren noch da. Ich entdeckte sogar ein neues Vorkommen des "typischen" Clownfischs Amphiprion ocellaris, aber meine Kombination aus Digitalkamera und Ewa-Marine-Plastiktüte funktionierte dieses Jahr kaum noch. Es drang zwar kein Wasser ein, aber vielleicht drückte das Wasser mehrere Knöpfe gleichzeitig. Jedenfalls gab es kaum Bilder.

Ich fuhr auch mal wieder mit Bemos von Padang Bai nach Tulamben. Bis Amlapura musste ich 20.000 zahlen und von dort bis Tulamben 15.000. Auf dem Rückweg waren die Preise dieselben. Ich hatte nur das nötigste Gepäck dabei, also nicht die unzuverlässige Kamera, aber die Unterwasserwelt war so prächtig, dass ich zwei Tage später nochmal hinfuhr. Diesmal nahm mich Dade auf dem Moped mit. Trotz des merkwürdigen Namens ist Dade ein Deutscher. Ich kannte ihn schon von vor zwei Jahren. Man geht in Tulamben direkt vom Strand ins Wasser und ist nach wenigen Metern am Wrack. Dabei wird man von Doktorfischen und Ruderfischen umringt, die Futter erwarten. Kaum am Wrack sahen wir gleich den Makrelenschwarm, der immer dort ist, aber nicht immer so weit oben. Auch die Makrelen sind nicht scheu und lassen einen auf Armeslänge an sich ran. Vom Wrack mit den vielen Tauchern schwammen wir nach Osten, wo wir einige Schwarzspitzen-Riffhaie antrafen, die ich dort schon zwei Tage früher gesehen hatte. Damals war auch ein Weißspitzen-Riffhai dabei gewesen. Noch weiter östlich, wo der schlammige Boden von einem Riff abgelöst wird, sahen wir Muscheln mit strahlend blauen "Lippen", Clownfische und einen weiteren Makrelenschwarm. Die Kamera hatte diesmal aufgehört zu funktionieren, sobald sie im Wasser war.

Auf dem Rückweg lief uns ein Hund vors Moped, aber Dade konnte einen Sturz vermeiden. In den Bergen gerieten wir in den Regen und hielten an, um das Ende abzuwarten. Es sah zunächst gar nicht danach aus, aber nach vielleicht einer halben Stunde, die wir uns in einem winzigen Warung untergestellt hatten, trauten wir uns wieder auf die Straße. Von Tirtagangga abwärts wurde das Wetter immer besser und zwischen Amlapura und Padang Bai wurden wir sogar wieder trocken.

Neues aus Padang Bai

Für Kreuzfahrtschiffe ist ein neuer Hafen in der Nähe des Ölhafens im Gespräch, aber noch kommen sie nach Padang Bai. Wer einen Laden in der Nähe des Anlegers hat, verpachtet ihn dann für einen Tag an Händler aus anderen Teilen Balis. Uns Gästen im Warung Kasandra wurde richtig was geboten, als adrett gekleidete Kreuzfahrt-Tagesgäste ihre Busse verließen und von fliegenden Händlern verfolgt wurden. Dann kam eine Gruppe Motorradfahrer in schwarzem Leder aus Denpasar und ließ sich in der Reggaebar nebenan Cola zum mitgebrachten Whiskey servieren. Ausgerechnet diese verwegenen Kerle interessierten sich mehr für den Schnickschnack der Händler als das die Touristen taten. Als die Rocker wieder los wollten, sprang eines der Motorräder nicht an, aber wir hatten leider keine von den sonst allgegenwärtigen Knallfröschen dabei, um den Humor der rauhen Gesellen zu testen. Ich kaufte auch was, und zwar eine blonde Puppe, die singen, gehen und die Hüften schwingen kann. Wenn die Bollywood-Musik aufhört, braucht man bloß in die Hände zu klatschen und ein neues Lied beginnt. Dieses Wunderwerk der Technik lieferte ich später als Gastgeschenk bei Bill ab, einem alten Holländer, der das Marco Inn betreibt.

Bias Tugal

Baustelle "Bias Tugal"

Das Restaurant Megibung gehört nicht mehr Karl, wird aber unter anderem Namen und anderer Leitung weiter betrieben. Auch Steve (ehemals Gecko Dive) wohnt nicht mehr in Padang Bai, ist aber unter anderem noch am neu eröffneten "Ali in Bali" beteiligt. Pak Picas Warung Kasandra hat sich kaum verändert. Der Baum gegenüber ist größer geworden und ein blauer Tisch steht darunter. Das Porto für Postkarten ist auf Bali höher als in Yogyakarta. Das muss am längeren Transportweg liegen, hat mich aber doch etwas verwundert.

Rückreise

Nach zwei Wochen Padang Bai nahm ich den Bus nach Kuta, nicht den von Perama sondern den anderen, und hatte auch Glück, dass er nicht über Ubud fuhr sondern über die Küstenstraße, aber es war so viel Verkehr, dass es keine deutliche Zeitersparnis wurde. Man wird in Kuta ziemlich genau dort abgesetzt, wo ich auch das Taxi vom Flughafen hatte halten lassen, aber diesmal ging ich nicht ins Amon Dewi sondern zum Taman Ayu in der Verbindungsstraße von Poppies 1 und 2 (45.000 inkl. Frühstück). Das ist eigentlich eine sehr schöne Anlage, und ich hatte auch nette Zimmernachbarn, aber mein Zimmer lag im ersten Stock zur Straße hin und war rund um die Uhr recht laut.

Landschaft in Ostbali

Ostbali

Mein Rückflug mit KLM von Jakarta hatte den festen Termin Ostermontag 19:00 Uhr. Tony hatte mir zwar gesagt, man solle Tickets so früh wie möglich kaufen, aber ich hatte in Padang Bai darauf verzichtet, weil sonst das Ticket dorthin hätte gebracht werden müssen. Also ging ich am Freitag zum nächstbesten Reisebüro und fragte nach einem Flug. Man sagte mir, ich hätte Glück, es sei noch genau ein Platz frei und der koste 1.244.000 Rupien. Das klang natürlich wie ein Trick. Der Preis war fast das Vierfache des üblichen, aber ich hatte zwei Stunden Zeit, mich zu entscheiden. In den anderen Reisebüros, die ich sicherheitshalber aufsuchte, sagte man mir nun, es sei kein Platz mehr am Ostermontag frei, aber am Sonntag könnte ich noch für etwas mehr als 1 Mio. Rupien mitkommen. Ich ging dann zum einzigen mir bekannten Geldautomaten in Kuta, der mehr als zwei Millionen ausgibt. Das ist von Bemo Corner aus östlich, hinter der Brücke auf der rechten Seite. Dort bekam ich 2,5 Mio Rupien mit 4,99 Euro EC-Karten-Gebühr. Ein Geldautomat in der Jalan Pasar Kembang in Yogyakarta hatte als Maximum 1,2 Mio gehabt, bei 4,80 Euro Gebühr.

Balinesinnen im Regen

Regen in den Bergen

Ich bezahlte also das Ticket, bekam eine Art Quittung, und der Verkäufer machte den Laden dicht und schwang sich auf sein Moped, um das Ticket von der Druckerei zu holen. Als ich am frühen Abend wieder vorbei kam, war der Laden immer noch geschlossen. Auch am nächsten Morgen um neun noch. Ich bemerkte ein Schild "Dikontrakkan" (zu vermieten). Um zehn war dann doch alles in bester Ordnung. Am Tag vor dem Abflug kaufte ich wie üblich Kaffee und Salaks im Gelael Supermarkt.

Zum Flughafen fuhr ich wie immer mit Perama, diesmal als einziger Passagier. Der Flug mit Lion Air (Wings) bot mehr Beinfreiheit als ich es jemals erlebt hatte. Es wurden weder Speisen noch Getränke serviert. In Jakarta hatte ich viel Zeit, herauszufinden, wie man vom Inlands- zum Auslands-Terminal kommt (es gibt kostenlose Busse). In Amsterdam staunte ich einmal mehr über die Größe des Flughafens. Diesmal fiel mein Flug nicht ganz aus, aber als wir schon mit dem Bus das Flugzeug erreicht hatten, teilte uns der Fahrer nach einigen Minuten mit, die Maschine sei kaputt und wir müssten eine andere nehmen. Das klappte dann auch nach gut einer Stunde.

 

Falls irgendwas nicht funktioniert, bitte Email an home@HalloFreun.de. Letzte Änderung: 2017-04-02.