Reisebericht Bali 2020

Nur 2 Minuten Film

Das Video ist recht kurz und besteht größtenteils aus Löchern: bali_2020.mp4.

Flughafen Kopenhagen-Kastrup

Wie schon im vorigen Jahr hatte ich mir einige Wochen vor der Reise (16.1. bis 17.3.2020) in Hamburg ein 60-Tage-Visum besorgt. Diesmal gab es einen günstigen Flug mit Singapore Airlines über Kopenhagen. Das Teilstück Hamburg-Kopenhagen wurde von SAS (Scandinavian Airlines) betrieben. Während der langen Strecke Kopenhagen-Singapur spielte ich auf dem Monitor etwas Schach und Sudoku und hatte vor zu schlafen, wenn die Kinder still sind. Dann wurde das Frühstück serviert.

Besonders gerne ärgere ich mich bekanntlich über die Taxipreise am Flughafen in Bali. Schon weit vor dem Ausgang sprachen mich zwei junge Damen an, die sich als Mitarbeiter der Bluebird Group (oder Company?) ausgaben und 200.000 Rupiah für die Fahrt zum Hotel haben wollten. Zufällig fand ich auch den offiziellen Taxistand, wo es 150.000 kosten sollte. Ich verließ dann den Flughafen mit meinem neuen Trolley im Schlepp und fand schließlich ein echtes Bluebird-Taxi, das mich für 35.000 zum Hotel brachte.

Hotel Wina, zweiter Pool

Ich hatte schon Zimmer in ganz unterschiedlichen Teilen des Hotels Wina bewohnt. Als ich beim Einschecken sagte, dass es mir am hinteren Pool am besten gefiel, durfte ich dort einziehen.

Cicak

Cicak hinter Glas.

BananenhörnchenVerbrennungzeremonie in Kuta

In Kuta gehe ich gerne zum Strand vor dem Friedhof, wo manchmal die Bananenhörnchen gefüttert werden. Dort wurde die Verbrennung zweier Verstorbener vorbereitet.

Piggy's Bar hatte unter neuem Namen wieder geöffnet: Burjo's Bar. Secret Garden war dem Erdboden gleich gemacht. Rita's Bar gibt es auch nicht mehr. Coffee Corner hat jetzt einen passenderen Namen, der auf das wunderbare Nasi Campur mit Huhn und Erdnüssen hinweist: Warung Ayam Betutu Gianyar.

Für die Fahrt von Kuta nach Padangbai nahm ich wieder den Perama-Bus. Den Umweg über Ubud fasse ich als willkommenen Ausflug auf. Ich wurde bis zur alten Bushaltestelle gebracht, von wo der Weg zum Hotel Kerti mit dem Trolley kein Problem war. Ich hatte Bedenken wegen der unebenen Fußwege gehabt, aber es ging ganz gut.

Auch in Padangbai waren einige Restaurants geschlossen worden. Surf&Turf machte nur noch indonesisches Frühstück. Warung Sinar war zu, und bei Segara Ayu hatte ich auch keinen Erfolg. Omang-omang hatte jetzt nicht mehr alle vierzehn Tage, sondern jeden Montag Live-Musik, wobei sich Komang Moko's Bluesband und jüngere Musiker aus Surabaya abwechselten.

Opferschälchen

Jede Menge Opferschälchen nach einem hohen Feiertag.

geschmückte StraßeTigermücke

Am Feiertag Galungan werden die Straßen mit verzierten Bambusstanden geschmückt, an denen im Bogen irgendwas runterhängt. Rechts oben eine während des Frühstücks am Pool gefangene Tigermücke, mit einiger Sicherheit Aedes albopictus, darunter ein aus dem Meer gefischter Keimling.

Mücken im Hotelgelände lassen sich nicht vollständig vermeiden, aber bei Kerti werden sie noch durch das Fußwaschbecken vorm Pool begünstigt, in dem es von Mückenlarven wimmelt, bis ein Gast (und nicht etwa das zahlreiche Personal) es auskippt. In meinem zweistöckigen Zimmer gab es außer Mücken auch Mäuse oder so etwas. Ich habe sie nie gesehen, aber nachts hörte ich sie, und oft lagen Köttel auf dem Bett. Sie klauten auch die Schokolade vom Nachttisch und knabberten einmal sogar an meinen Haaren. Eine vollständige Mängelliste würde den Reisebericht sprengen: unten regnete es rein, auch aufs Klo, der Lampenschirm war abgebrochen, ...

SchwimmkrabbeWarzen-Anglerfisch

Die Regenzeit hatte sich sehr verspätet und noch gar nicht richtig begonnen, als ich Mitte Januar auf Bali ankam. Mit dem Regen kamen auch die Meeresschildkröten zurück, aber das kann Zufall sein. Der Müll im Meer wurde auch nach Einsetzen der Regenzeit nicht zu schlimm. Manchmal mochte man nicht ins Wasser, wenn gerade ein Müllteppich antrieb, aber an einigen Tagen fand man Plastik nur noch in den Rinnen am Grund.

Bei ruhiger See konnte man ohne Taucherbrille verschiedene Fische sehen, die unter Treibgut oder sogar in der Nähe Badender Schutz suchen. Die Schwimmkrabben (linkes Foto) sitzen gerne auf Treibgut und versuchen oft, auf Badende zu klettern - zum Entsetzen der Betroffenen. Als wir uns mal im Wasser stehend unterhielten, sprang Stephen ein Fisch ins Gesicht, so dass er aus dem Mundwinkel blutete. Es war wahrscheinlich ein Hornhecht (Tylosurus crocodilus).

Neue Beobachtungen waren für mich der gelbe Warzen-Anglerfisch (Antennarius maculatus, rechtes Foto) und der Robuste oder Seegras-Geisterpfeifenfisch (Solenostomus cyanopterus), von dem mir kein Foto gelang, obwohl sich ein Pärchen tagelang an derselben Stelle aufhielt. Haie habe ich dieses Jahr gar nicht gesehen, Delfine selten in großer Entfernung.

Reiher auf Treibgut

Reiher halten sich gerne auf Treibgut auf und machen dort aus sicherer Warte leichte Beute.

bunter Stein

Dieser Stein mit dem farbigen Bewuchs lag in einem Tümpel zwischen den Lavafelsen.

Angler in Padangbai

Angler am Hafenstrand in Padangbai. Ich käme mir blöd vor, mit einem komischen Hut bis zum Hals im Wasser zu stehen.

Laticauda colubrina

Diese Seeschlange wurde von der Wellen auf den Strand gespült: Nattern-Plattschwanz (Laticauda colubrina).

Kühe hinterm WarungKühe auf dem Weg

Links: Die Kühe gucken von hinten in den Strandwarung. Rechts: Sie versperren den Weg zum Strand.

Weit ärgerlicher als die Kühe sind allerdings die Mopeds auf dem schmalen Weg. Letztes Jahr gab es das noch nicht, und jetzt musste man auf dem kurzen Stück bis zu dreimal ausweichen.

Milkweed BugMoped auf dem Weg

Links: Die Wanzen, die ungefähr wie Feuerwanzen aussehen, waren dieses Jahr nicht so zahlreich. Rechts: Was wir für Fußwege halten, ist nur die Abdeckung der Kanalisation. In diesem Fall ist die Kanalisation schon seit Wochen undicht, und man würde doch gerne oben gehen, wo aber jeden Tag ein Moped geparkt wird.

Gottesanbeterin

Gottesanbeterin mit Beute.

Strand 'Bias Tugel'Strand 'Bias Tugel'Strand mit VulkanStrand 'Bias Tugel'

Der Strand Bias Tugel mal von der einen Seite aus fotografiert und mal von der anderen, mal mit dem Vulkan Agung im Hintergrund und schließlich ohne Sonnenschein, aber mit den neuen blau-weißen Schirmen.

Padangbai habe ich fast zwei Monate lang gar nicht verlassen, also keine Touren nach Tulamben, Lempuyang oder Seraya, nicht einmal nach Sidemen. Zur blauen Lagune bin ich nur zweimal gegangen und einmal zum schwarzen Strand, diesmal nicht mit dem Rückweg durch die Bauruine, sondern an einer Bootsbaustelle vorbei auf den Hügel und dann zum weißen Strand.

Rinjani

Vom schwarzen Strand aus aufgenommen: Das Inselchen am Horizont, dessen linkes Ende vom Strand verdeckt wird, dürfte Gili Biaha sein, rechts daneben die Fähre von Padangbai nach Nusa Penida, das "Lego-Boot", dann die zwei Felsen, die zusammen Gili Mimpang genannt werden, rechts Gili Tepekong und darüber der Vulkan Rinjani auf Lombok.

Die Rückreise begann am 16. März, also schon während der Corona-Pandemie. Die Buchung des Perama-Busses nach Kuta hatte ich im Internet gemacht, und zusätzlich war ich zur neuen Perama-Station auf dem Hügel außerhalb Padangbais gewandert. Die Frau im Warung verkaufte mir aber kein Ticket und sagte, ich solle um acht Uhr morgens an der alten Haltestelle warten. Eine Email von der Perama-Zentrale und einige meiner Bekannten rieten davon ab. Während ich morgens auf den Bus wartete, erklärten mir noch diverse Passanten, dass die Bushaltestelle jetzt oben außerhalb des Ortes sei. Um halb neun kam der Bus und nahm außer mir noch zwei einheimische Frauen mit.

Auch die Rückfahrt ging über Ubud. Der Bus um halb zwei wäre direkt gefahren. Um 11:30 erreichten wir Kuta, aber wegen des lahmen Verkehrs auf der Jalan Legian waren wir erst zwanzig Minuten später an der Perama-Station. Dort ließ ich mein Gepäck, das ich bald um einige Kilo Kaffee ergänzte. Ich hatte nun viel Zeit, in Kuta herumzulaufen, und fand die Straßen trotz Corona nicht besonders leer. Zufällig traf ich Harri, einen alten Bekannten aus Padangbai, der gerade erst mit Garuda aus Amsterdam über Jakarta angekommen war.

Beim Taxi von der Perama-Station zum Flughafen achtete ich auf das Bluebird-Zeichen und zahlte auch ohne Verhandlungen nur 38.000 Rupiah. Andere Taxis malen sich blaue Vögel auf die Schilder, um mit dem vertrauenswürdigen Unternehmen verwechselt zu werden. Beim Betreten des Flughafens wurde die Temperatur aller Reisenden gemessen. Die Dame am Checkin-Schalter musste lange telefonieren, um herauszufinden, ob in den beginnenden Corona-Beschränkungen ein Deutscher nach zwei Monaten auf Bali durch Singapur und Kopenhagen reisen durfte. In Singapur wurde die Temperatur aller Menschen im Gang von einem großen Scanner gemessen. In Kopenhagen lagen Reisende in den Gängen, die im Flughafen hatten übernachten müssen. Von zwanzig Transfer-Schaltern war zunächst nur einer geöffnet. Als die Schlange davor wuchs, machten zwei weitere auf. Der City Jet CRJ900 nach Hamburg war weniger als zur Hälfte gefüllt. Die meisten anderen Passagiere hatten schon unter gestrichenen Flügen gelitten. Meine reibungslose Heimreise schien die Ausnahme zu sein. Der Flughafen in Hamburg war fast leer. Die Verkäuferinnen in den Shops wirkten zahlreicher als die Passagiere in den Gängen.

Lavaformation mit Schrein

Falls irgendwas nicht funktioniert, bitte Email an home@HalloFreun.de. Letzte Änderung: 2020-05-04.