Foto-Reisebericht Bali 2012

Film auf Youtube

Da gibt es bewegte Unterwasserbilder mit Manta und Makrelen.

Erst jetzt erfahren: Perama-Schiffbruch

Die Talha ist im März 2011 bei Komodo gesunken. Perama hat danach weder durch finanzielle noch durch emotionelle oder logistische Unterstützung geglänzt. Augenzeugenbericht
Bericht in The Bali Times
Bericht einer Betroffenen
Adventurous Kate

in Singapur

Diesmal bin ich wieder ab Frankfurt geflogen, und zwar abends, weil ich ja mit dem Zug aus Hamburg anreisen musste und weder früh aufstehen noch in Frankfurt übernachten wollte. Die Bahn und die Flüge nach Bali (Singapore Airlines) waren alle pünktlich. Das Visum ließ sich problemlos in Euro bezahlen. Die Schlangen an den Einreiseschaltern waren kurz und auch der Zoll machte keine Probleme.

Ich hatte im Flugzeug jemanden kennengelernt, der auch nach Seminyak musste, aber zu einem anderen Hotel. Es war nicht möglich, die Hotels mit einem Flughafentaxi nacheinander anzufahren. Am besten wäre ich wohl zum anderen Hotel mitgefahren und hätte dort für vielleicht 10.000 ein anderes Taxi zu meinem Hotel genommen. Ich zahlte stattdessen 70.000 mit zwei 50.000ern und bekam 5.000 zurück. Nicht nur bei den Geldwechslern muss man aufpassen.

Bauruine 2012 Bauruine 2009

Oben: So sah die Bauruine oberhalb des Strandes "Bias Tugel" in Padangbai im Februar 2012 aus.
Links: Derselbe Blick im Frühjahr 2009.

Ich hatte mit dem Flug zusammen eine Nacht im Hotel Bali Agung Village gebucht. Weil die normalen Zimmer voll waren, bekam ich ein Upgrade auf eine Villa. Nachts um halb sieben platzte eine Coladose in der Minibar und sprengte die Kühlschranktür und die Schranktür davor auf, was mich nicht davon abhielt, morgens ohne Jetlag aufzustehen. Ich nahm dann ein Taxi nach Kuta und ließ mein Gepäck bei Perama, wo ich den Bus nach Padangbai buchte.

Nächster Anlaufpunkt waren die Geldautomaten bei der Bank hinter der Brücke, aber die akzeptierten meine Postbank-EC-Karte nicht. Auch kein anderer ATM nahm diese Karte an. In den Vorjahren hatte die Geldautomatenkarte ein Maestro-Symbol gehabt, und auf Bali funktioniert, diesmal stand V-Pay drauf, und das geht nur in Europa. Glücklicherweise hatte ich auch etwas Bargeld mit, und durfte nun rechnen, ob es für den Rest des Urlaubs reichen würde. Der Geldwechsler meines Vertrauens in Kuta ist Dirgahayu Valuta Prima (Bemo Corner). Für einen Euro bekam man knapp 12.000 Rupiah.

Nach einem Mittagessen im Warung Brasil fuhr ich, wie so oft, mit Perama über Ubud nach Padangbai. Im Hotel Kerti nahm ich vorsichtshalber nur ein kleines Zimmer. In Padangbai gibt es mittlerweile mehrere Geldautomaten, aber auch die wollten meine Karte nicht. Andreas, den ich schon von früheren Urlauben kannte, lieh mir freundlicherweise 200 Euro, und ich zog in eins der zweistöckigen Häuser um.

zweistöckiges HotelzimmerWolke über Nusa Penida Abstieg zum Strand Lavafelsen, Strand Bauruine auf dem Hügel Bei ruhiger See legen Boote an Grotte beim Schnorcheln
Das obige Bild wurde mit der Unterwasserkamera aufgenommen, deswegen die Tropfen. Der Gipfel des Gunung Agung ist ausnahmsweise zu sehen.

Das Wetter war während meines Aufenthalts auf Bali vom 12. Februar bis zum 6. März meistens gut. Es hat auch mal geregnet, vor allem abends oder früh morgens, nur selten fing es tagsüber an, wenn ich am Strand war. Nachts wurde es einmal außergewöhnlich kalt, so dass ich den Ventilator ausmachte und mich richtig zudeckte.

an der gelben Opferschale rechts abbiegendann links in die dreckige Nische durch den Wald den Hügel raufAnkunft auf der Lichtung

Mein neuester Lieblingsweg zum Strand stimmt ein Stück weit mit dem Weg überein, der zum Strand führte, bevor der Hotelbeu begonnen wurde. Man geht den mit "Photo copy" beschrifteten Gang rein, dann aber nicht zum Pura Mumbul sondern den letzten Abzweiger nach rechts zwischen den Häusern. Dann biegt man links ab, wo immer etwas Gerümpel rumliegt, und dann den Hügel rauf. Nach einigen Metern erreicht man den alten Weg der schließlich an der ehemaligen Baustelle ankommt. Auf dem Rückweg muss man die Abzweigung nach unten zu den Häusern erkennen. Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm, dann kommt man auf den großen Baustellenweg und hat immer noch einige Höhenmeter gespart und den Schatten genossen. Der einzige Nachteil am Weg durch den Wald sind die vielen Mücken. Vorteile gegenüber meinem Weg vom vorigen Jahr sind, dass man nicht durchs Wasser muss und er nicht zu schwierig für Stegsandalen ist.

meine Hand mit Ausschlag BettwanzeNacktschnecke KalmarIm Vordergrund die fiesen Polypen, zwei Sekunden, bevor sie meine Hand berühren Im Hintergrund die fiesen Polypen

Beim Schnorcheln an der schönen Anemone mit Amphiprion ocellaris berührte ich ein Nesseltier, das von den Tauchern "Fire coral" genannt wird, aber eigentlich eine Polypenkolonie ist (Stinging Hydroid, Aglaophenia cupressina). Das war zu merken, tat aber nicht sonderlich weh. Ein paar Tage später hatte sich an der Stelle ein Ausschlag gebildet, der fast wie Mückenstiche aussah. Vielleicht reagierte mein Körper allergisch, weil er gleichzeitig auch mit Mückenstichen, Sonnenbrand und Bettwanzen zu kämpfen hatte. In Padangbai gibt es keine Apotheke, also fuhr ich im Bemo nach Candi Dasa, wo es aber auch keine gibt. Stattdessen unterbrach eine Ärztin für mich ihre Mittagspause und empfahl mir Salben, Antibiotika und Antihistamin. Das Antibiotikum lehnte ich ab, weil ich wusste, dass es zu oft gegeben wird. Daraufhin dachte die Ärztin, ich wollte auch kein Antihistamin, aber davon hatte ich noch nie gehört. Später erfuhr ich, dass es auch in Padangbai eine Ärztin gibt, Doktor Nisa bei Water Worxx, und mit der war die Verständigung einfacher. Allerdings berechnete sie auch einen angemessenen Preis für die Sprechstunde. Nun bekam ich das Wundermittel Antihistamin, womit die Symptome innerhalb von zwei Tagen verschwanden. Solange ich die Tabletten nahm, störten mich auch keine Mückenstiche.

Baum mit Schürze ständig Zeremonien

Auf jeder meiner Bali-Reisen nehme ich das traditionelle Kostüm aus Sarong, Saput, Selendang und Udeng mit, ohne von vornherein zu wissen, ob ich es tragen werde. Diesmal nutzte ich wieder den Barong-Tanz für die Maskerade. Allerdings ließ ich den Saput kuning weg, weil der immer verrutscht.

Suppenschildkröte

Wegen meiner unsicheren finanziellen Situation rechnete ich alle paar Tage aus, wie viel Geld ich pro Tag ausgeben durfte. Ich stellte fest, dass ich ohne Hotel mit weniger als 100.000 Rupiah auskam:

Nach zwei Wochen Billigverpflegung hatte ich einen Nudelkoller. Jedenfalls führte ich meine allgemeine Schlappheit auf die tägliche Nudelsuppe am Strand und die gebrateten Nudeln bei Martini zurück. Nach den hervorragenden Spareribs im Omang-omang und einer Schnitzel-Hamburger-Kombination am nächsten Tag im Zen Inn war das Problem beseitigt.

Inselchen bei Nusa Penida

Trotz des knappen Geldes machte ich eine Tour mit Geko Dive zum Schorcheln am Manta Point. Es hätte mir völlig gereicht, auf dem Boot dorthin zu gelangen (und natürlich wieder zurück), aber ich bekam das volle Programm, mit Handtuch, Guide und Mittagessen. Es waren dort tatsächlich einige Mantarochen zu sehen, allerdings nicht aus der Nähe, weil ich oben schwamm und sie in etwa zehn Meter Tiefe. Auf dem Hin- und Rückweg war die wilde Küste von Nusa Penida zu bewundern, mit ihren Buchten und Höhlen, ein Inselchen in Form eines Torbogens und im Westen Ceningan, Lembongan und Bukit Badung. Nach dem Lunch auf dem Boot folgte ein zweiter Tauch- beziehungsweise Schnorchelgang in der Crystal Bay.

Ostküstentraße Ostküstentraße Opferschälchen auf dem Amaturenbrett

Weder am Strand "Bias Tugel" noch an der "Blauen Lagune" habe ich in diesem Jahr beim Schnorcheln Haie gesehen, im letzten Jahr auch schon nicht. Ich habe den Eindruck, dass sie weniger geworden sind. Bei Tulamben, rechts vom Wrack, sind aber noch zuverlässig Schwarzspitzenriffhaie zu finden. Dorthin gelangte ich auf einer Tour mit Hubert aus Tirol, Kurt und einem einheimischen Fahrer. So lernte ich auch endlich mal die Ostküstenstraße von Seraya nach Amed kennen. Sie ist stellenweise schwierig und bei starkem Regen wohl gar nicht zu befahren. Wir schnorchelten auch beim japanischen Wrack, das verglichen mit dem in Tulamben ziemlich enttäuschend ist. Auf dem Rückweg über die Berge nach Tirtagangga gerieten wir erwartungsgemäß in Regen.

SchwarzspitzenriffhaiGelbrücken-Füseliere Schnorcheln ist nicht immer nur schönSchnorcheln ist nicht immer nur schön

Was mir an Padangbai so gefällt, ist (vom Strand mal abgesehen) die Überschaubarkeit. Man lernt nicht nur die Gastwirte schnell kennen sondern auch die anderen Touristen, jedenfalls diejenigen, die nicht nur zur Fähre nach Lombok oder zu den Gilis wollen. So entsteht ein Vertrauen, dass mir in meiner Geldnot zugute kam, als Andreas mir 200 Euro lieh. Man kann in Padangbai auch viel entspannter Geld tauschen als in Kuta, und die Wirtin von "Talk of the Town" stellt auf Selbstbedienung um, wenn sie mal für eine halbe Stunde nach Hause muss. Man zahlt dann notfalls bei anderen Gästen, die das Geld später weitergeben.

Blüte am Strand Blaue Lagune treibender Müllangeschwemmter Müll

Als stolzer Besitzer eines Smartphones brauchte ich keine Langeweile mehr zu fürchten: Musik, Radio, Internet ... und man kann damit sogar telefonieren. Auf Bali besorgte ich mir eine lokale simPATI-Karte, was gar nicht so einfach war, weil die Verkäuferin kein Englisch konnte. Zum Telefonieren nach Deutschland wählte ich die Nummer 01017 vor der 49. Am Strand bekam ich nur selten Internet, wahrscheinlich vom Wetter abhängig. Im Hotel gab es ein WLAN, das an der Rezeption gut funktionierte und im Zimmer nicht, aber auf dem Balkon.

Regen am Strand

Falls irgendwas nicht funktioniert, bitte Email an home@HalloFreun.de. Letzte Änderung: 2017-04-02.