Reisebericht Bali 2005

Nur auf Deutsch

Normalerweise ist an dieser Stelle auf meinen Seiten ein Link zur englischen Version, aber der Reisebericht 2005 wurde nicht übersetzt.

Strand am Melasti-Tag

Strand am Melasti-Tag

Die Anreise

Am 7. März 2005 begann die Reise wie in Jahr zuvor mit einer vierstündigen Bahnfahrt nach Frankfurt, dem Flug (Boeing 747) mit Cathay Pacific nach Hongkong und weiter mit einem Airbus 330 nach Denpasar/Bali. Die Gebühr fürs Visum brauchte man nicht in US-Dollar bereitzuhalten. 20 Euro entsprachen 240.000 Rupiah, 25 Dollar waren 237.500 Rp, also bekam ich 2.500 Rupiah zurück. Und wieder gehörte das Hotel Rosani zum billigsten Pauschalangebot. Strom und Wasser gab es erst auf Nachfrage (ebenso wie eine Glühbirne für die Nachttischlampe und einen funktionstüchtigen Duschkopf), und auch in den folgenden Tagen war beides nicht immer zuverlässig vorhanden.

Kuta

Das Restaurant/Bar an der Ecke Lebak Bene und Jalan Melasti hatte zugemacht, Captain Haddock's in der Jalan Benesari leider auch. Aber das Bali Brasil war glücklicherweise noch da, und die hinreissende Ayu kellnerte dort immer noch.

Meine neue Lieblingskneipe wurde hingegen Secret Garden, Poppies 1, weil das Bier da so billig war. Ich durfte dort als Versuchskaninchen für die neue Bar direkt an der Strasse dienen. Später kam ein Regenschutz hinzu.

Pauschaltour

Zum Pauschalpaket gehörte auch wieder ein Ausflug. Ich entschied mich für die Tour durch den Bezirk Tabanan zur Nordküste. Der Fremdenführer erklärte in akzeptablem Deutsch vor allem die zahlreichen Nutzpflanzen. Nach einem Bad in den heißen Quellen von Banjar wurde die Busladung zum Mittagsbuffet bei einem Restaurant am Strand abgesetzt. Ich fand 50.000 Rupiah jedoch nicht angemessen (obwohl das in Deutschland spottbillig gewesen wäre) und machte mich auf die Suche nach einem günstigeren Warung.

Das Einzige was ich fand, war eine winzige Verkaufsbude. Dort sprach keiner ein Wort Englisch. Man bereitete mir eine Nudelsuppe zu. Ich bekam auch etwas zu trinken und noch etwas Obst und brauchte schließlich nur 3.000 Rupiah zu zahlen. Auf dem Rückweg gab es einen Halt in Bedugul am Bratan-See: See-Tempel, Tierschau, Obst- und Gewürzmarkt.

Feiertage

Ich hatte mit meinem Urlaub diesmal eine Häufung von Feiertagen erwischt. Der Melasti-Tag (diesmal 8.März) liegt immer kurz vor dem balinesischen Neujahr und wird mit Opfern am Strand begangen. Galungan (9.März) ist einer der höchsten Feiertage und findet alle 210 Tage statt. Die Strassen werden dazu mit Bambusstangen geschmückt, deren oberes Ende sich mit Opfergaben beschwert im Bogen herunterhängt. Am Altjahrsabend (Tawur Agung Kesanga, 10.März, Neumond) werden Umzüge mit überlebensgroßen Figuren (Ogoh-Ogoh) veranstaltet. Ich bekam diesmal folgende Erklärung:

Die Ogoh-Ogoh sollen möglichst wild und böse aussehen, damit sie böse Geister anziehen. Die Figuren werden dann mitsamt den bösen Geistern an den Strand getragen und verbrannt. Gleichzeitig wird mit Böllerschüssen Krach gemacht, um weitere Geister zu vertreiben. Am nächsten Tag (Nyepi, 11.März) versteckt man sich in den Häusern und macht weder Lärm noch Licht oder Feuer, damit die zurückkehrenden bösen Geister Bali unbewohnt finden und weiterziehen. Den Abschluss dieser Kette von beweglichen Feiertagen, die teils vom Zusammentreffen der 3-, 5-, und 7-Tage-Wochen und teils von der Mondphase abhängen, bildete Kuningan (19.März), das immer 10 Tage nach Galungan stattfindet. Das Osterfest wenige Tage danach war auf Bali kaum zu bemerken. Nyepi 2006 findet übrigens am 30. März statt.

Nyepi im Hotel

Am 11.März waren also alle lauten Aktivitäten sowie das Verlassen des Hotels verboten, und das wurde auch überwacht. Die meisten Gäste hielten sich den ganzen Tag lang am oder im Pool auf. Das Personal war teils zu den Familien heimgekehrt, teils hatte es die Familien mit ins Hotel geholt. Die Kinder der Masseurin waren auch den ganzen Tag im Pool und waren dabei durchaus laut.

Auch das Licht- und Kochverbot wurde nicht streng ausgelegt. Man versuchte zwar, das Abendessen vor Einbruch der Dunkelheit zu beenden, weil das Licht im Restaurent nicht so auffällt, wenn es draussen noch hell ist, aber später ging es noch mit Dämmerlicht und Taschenlampen weiter. Trotzdem war es von Vorteil, früh zu essen, weil es nach 17:00 Uhr kein Huhn mehr gab.

Mit Perama nach Ubud

Vorsichtshalber hatte ich mich vorher informiert, ob überhaupt am Tag nach Nyepi Busse fahren. Immerhin ist dies auch noch ein Feiertag (Ngembak Geni) und die Fahrer hätten ja noch in den Dörfern ihrer Familien sein können. Im Yuliati House war diesmal kein Zimmer für mich frei, und ich wurde im Suastika Lodge ganz in der Nähe untergebracht, das derselben Familie gehört. Das Lokal Rizka mit dem fabelhaften Brem war leider verschwunden. Stattdessen ging ich ins Jazz Cafe. Ubud erinnert mich etwas an Sylt. Wegen der Boutiquen, der feinen Restaurants mit aufwändigen Speisekarten und auch wegen der Straßenschilder, die auf Sylt gerne friesisch und in Ubud balinesisch sind.

Das Jazz-Cafe ist ein Zentrum dieses Etepetete-Tourismus. Die Gäste kleiden sich dort in ihre ausgefallensten Kostüme, und die Getränkepreise sind etwas überhöht. Die Musik ist normalerweise gut oder zumindest interessant, aber leider hatte ich die Band schon im Vorjahr gesehen.

Man soll gehen, wenn es am schönsten ist, dachte ich mir und antwortete der Kellnerin, die in der Pause fragte, ob ich noch ein Bier wollte: "Nein, ich möchte zahlen." Eine halbe Stunde später wiederholte ich diesen Wunsch gegenüber einem Kellner, der nicht konsequent genug den Augenkontakt vermied. Nächstes Mal besuche ich das Jazz Cafe lieber mit Sarong und Fransenhemd oder im Smoking. Weitere zwanzig Minuten später drückte ich ihm einfach 20.000 Rupiah in die Hand mit der Bemerkung, ich hätte ein Bier gehabt. Das Wechselgeld behielt ich vollständig.

Lovina

Nach Anturan fuhr ich nur, weil Gede von Gede's Homestay so ein netter Kerl ist, und weil dort früher so niedliche Mädchen gearbeitet hatten. Schnorcheln kann man dort nur zum Testen des Equipments. Die Dörfer Anturan und Tukadmungga sind so schön und interessant wie balinesische Dörfer eben sind.

Tulamben

Fische in Tulamben

Tulamben unter Wasser

Tulamben ist ein idealer Platz zum Schnorcheln, wird aber weit mehr von Tauchern frequentiert. Man muss natürlich wissen, wo das Wrack liegt, und geht dort einfach vom Strand aus ins Wasser. Schon bevor das Wrack in Sicht ist, wird man von Doktorfischen und Ruderfischen umringt. Das machen die natürlich nur, weil sie häufig gefüttert werden. Jedenfalls machen die Fische in Tulamben einen viel freundlicheren Eindruck, als die Affen in Ubud oder Uluwatu.

Vorm Hotel Paradise, wo ich für 60.000 Rp übernachtete, ist die Unterwasserwelt auch reichhaltig. Vor allem morgens und abends schwimmen junge Schwarzspitzen-Riffhaie am Strand entlang. Mit Amed kann ich immer noch nichts anfangen. Die Strasse erreicht den Strand im Ort Amed. Einige Kilometer davon entfernt kam ich an eine Bucht, die einigermaßen nach Schnorcheln aussah. Das Wasser war zwar nicht ganz leer von Fischen, aber nicht so gut wie Tulamben oder Padang Bai. Ein richtig unangenehmer Riesen-Drückerfisch verleidete mir den Aufenthalt dann endgültig. Die vielgelobten Schnorchelplätze von Amed müssen mehr als 10 Kilometer vom Ort entfernt sein.

Balistoides viridescens

Riesen-Drückerfisch

Padang Bai

Jedes Mal, wenn man von der Nordküste nach Padang Bai reist: vor Amlapura wird man in ein anderes Bemo umgeladen und wartet dann lange auf die Weiterfahrt, während hundert Meter weiter ein orangenes Bemo nach dem anderen nach Padang Bai fährt. Aber bei der Hitze sein Gepäck dahin tragen? Den größten Teil des Urlaubs verbrachte ich also wieder in Padang Bai. Dort traf ich alte Bekannte wieder und traf neue: Horst (den die Einheimischen "Horse" aussprachen - der Mann den sie Pferd nannten), Eigor (von der Nordwand) und Robert aus Kalifornien, den ich schon im Bus nach Lovina getroffen hatte.

Bei meinen ersten Aufenthalten in Padang Bai hatte ich vor allem in der Blauen Lagune geschnorchelt und Bias Tugal als Badestrand angesehen. Inzwischen schnorchele ich mit Vorliebe vor Bias Tugal. Aber auch das Hafenbecken lohnt sich. Vernünftige Fotos habe ich dort zwar nicht zustande gebracht, aber gesehen habe ich Gestreifte Schnepfenmesserfische (Shrimpfish, Razorfish, Aeoliscus strigatus) und die Gepunktete Schamkrabbe, (leider nicht gepunktet, Box crab, Calappa calappa).

Amphiprion ocellaris

Clownfisch

Vor Bias Tugal konnte ich einzelne Tiere jeden Tag wiederentdecken. An der äußeren Felsspitze fraß eine Nacktschnecke ( Nembrotha purpureolineolata) eine ganze Woche lang von den jungen Seescheiden, zentimetergenau immer an derselben Stelle. In der Höhle unter den Felsblöcken schwamm stets ein junger Weisspitzen-Riffhai seine Runden, manchmal auch zu zweit. Über diesen Blöcken fiel mir immer wieder ein Fisch auf, dem wohl ein Barrakuda ein Stück des Bauches weggebissen hatte. In den sandigen Abschnitten am rechten Rand war immer ein kleiner blaugepunkteter Rochen anzutreffen.

Die Wasserverhältnisse wechselten häufig. Mal war es klar, mal trübe, mal schwamm viel Müll drin rum. Einmal trieb ein großes Feld von Müll und Pflanzenteilen an, das dem Bewuchs mit Entenmuscheln nach zu urteilen schon einige Zeit auf den Wasser verbracht hatte. Wir sammelten Unmengen von Flaschen und Glühbirnen vom Strand, um Scherben zu vermeiden. Baden war währenddessen nicht möglich.

Aetobatus-narinari

Adlerrochen

Es wurde sogar eine kleine Wasserschildkröte auf den Strand gespült. Eigor trug sie ins Wasser zurück, bevor ich ein Foto machen konnte. Wenn man die Blaue Lagune oder Bias Tugal verlässt, also rechts aus einer der Buchten hinausschnorchelt, trifft man meistens auf ungefährliche Weißspitzen- und Schwarzspitzen-Riffhaie. Die schönsten Erlebnisse beim Schnorcheln waren ein Adlerrochen (Eagle Ray, Aetobatus narinari) in der Blauen Lagune und eine Goldmakrele (Golden Trevally, Gnathanodon speciosus), die sich mir bei Bias Tugal anschloss und sich vor meiner Stirn postierte, wenn ich etwas schneller schwamm.

Digitalkamera mit Plastikhülle, Batterieprobleme

Kamera: Ricoh Caplio RR30, 128mb SD-Karte (mit 340 Bildern noch nicht voll)
Gehäuse: Ewa-Marine D-CP1, bis 10m, also gerade richtig fürs Schnorcheln. Aber leider kommt bei starkem Wasserdruck der Auslöser nicht wieder hoch.

Platz im Schatten

Platz im Schatten

Die Bedienungsanleitung schlägt einen Ring aus Moosgummi um den Auslöser vor. Die Kamera reagiert auch störrisch, wenn das Objektiv beim Ausfahren gegen die Linse des Gehäuses drückt. Also beim Anschalten vorne am Gehäude ziehen. Mir war schon vorher aufgefallen, dass Batterien oder Akkus die Kamera nicht lange versorgen, aber im Wasser wurde die Kurzlebigkeit besonders unangenehm. Mit frischen Duracell-Batterien erschien nach einer halben Stunde Einsatz das Symbol für schwache Batterie auf dem Display - selbst dann, wenn die Kamera die meiste Zeit ausgeschaltet war. Trotz der widrigen Bedingungen habe ich etwa 340 Unterwasseraufnahmen gemacht. Inzwischen habe ich mir den Akku gekauft, mit dem die Kamera viel besser funktioniert als mit Batterien. Schließlich hat der Akku 3,7 Volt, während es zwei Batterien nur auf 3,0 bringen.

Upeneus tragula

Mittelstreifen-Barbe

Tour Lempuyang

Eines Tages, zusammen mit Eigor auf dem Rückweg vom Strand, wurden wir von einem Fahrer auf dem Fährparkplatz angesprochen, und weil er nicht die üblichen Phantasiepreise verlangte und das Auto einen guten Eindruck machte, vereinbarten wir gleich eine Tour für zwei Tage später. Um den Preis weiter aufzuteilen, nahmen wir noch Robert dazu, und der Fahrer nahm noch seine Familie mit, um im Lempuyang-Tempel gemeinsamen zu beten. Wir steuerten zuerst den Aussichtspunkt oberhalb von Manggis an, dann Tirtagangga und Lempuyang. Nach dem Tempelbesuch wurden wir vom Fahrer mit Huhn und Reis verpflegt. Dazu setzten wir uns einfach auf den Boden am Strassenrand. Dann ging es weiter zu den Palästen in Amlapura und Ujung, wo Pak Johns Frau das Cafe betreibt. Pak John, den ich von früheren Reisen kannte, kam dann aus Seraya dazu. Wir saßen bei Tee und Bier lange in einem Bale, während es regnete, was es während der vier Wochen auf Bali selten tat.

 

Falls irgendwas nicht funktioniert, bitte Email an home@HalloFreun.de. Letzte Änderung: 2017-04-02.